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Atemberaubend! Kosmische "Kanonenkugel" saust mit 4 Millionen km/h durchs All

Mit extremer Geschwindigkeit ist der "Kanonenkugel"-Pulsar im All unterwegs.
Mit extremer Geschwindigkeit ist der "Kanonenkugel"-Pulsar im All unterwegs.
Foto: Jayanne English, University of Manitoba/NRAO/F. Schinzel et al., DRAO/Canadian Galactic Plane Survey and NASA/IRAS
Eine mysteriöse "Kanonenkugel" rast derzeit durchs All, so schnell, dass sie von Frankfurt am Main bis Rom nur eine Sekunde bräuchte. Forscher sind ihr auf der Spur.

NASA-Forscher haben einen Neutronenstern entdeckt, der einer kosmischen Kanonenkugel gleich durchs All schwirrt. Das Erstaunliche daran: Die Hypergeschwindigkeit, mit der er unterwegs ist. 2,5 Millionen Meilen pro Stunde (4,02 Millionen Stundenkilometer) hat der sogenannte Pulsar drauf – das ist noch fünfmal schneller als der Durchschnitt seiner Art.

Pulsar mit Hyperspeed entdeckt: Die "Kanonenkugel"

Der Fermi-Satellit der NASA hatte den schnell rotierenden Neutronenstern, Pulsar genannt, entdeckt. 1.116 Kilometer pro Sekunde legt er ersten Berechnungen zufolge zurück. So kannst du dir das vorstellen: Würdest du eine Kanonenkugel bauen, die in der Lage sei, den Pulsar von der Steuerbordseite deines Piratenschiffes im Atlantik abzufeuern, würde sie einmal um die Erde sausen und nur 35 Sekunden später deine Backbordseite treffen.

Pulsare sind die Überbleibsel von massiven Supernova-Explosionen. Astronomen nehmen an, dass die Explosionen sie ins All schießen können, wie eine Kanonenkugel eben. Den nun entdeckten haben die Forscher PSR J0002+6216 genannt, kurz: J0002. Man könnte ihn vielleicht auch als Sonic the Hedgehog der Pulsare bezeichnen, wie diesen rasend schnellen und flinken Igel aus den beliebten Jump'n'Run-Games.

Denn er ist ganze 99 Prozent schneller als alle bisher gemessenen Pulsare. Fermi, der 2008 auf seine Mission ins Weltall gestartet war, kann mit einem Jahrzehnt Daten aufwarten, mit deren Hilfe nun die Eigenschaften von J20002 analysiert werden sollen. Eine akkurate Messung seiner Reise und seines Bewegungsverlaufs sind das Ziel.

Video: NASA entdeckt "Kanonenkugel"-Pulsar mit extremer Geschwindigkeit

Der Schwanz sagt viel aus

J20002 liegt derzeit etwa 6.500 Lichtjahre von der Erde entfernt in einem als Cassiopeia bekannten Sternbild, und 53 Lichtjahre entfernt von den Überresten einer riesigen Sternexplosion, die als CTB 1 bekannt ist. Die Explosion trug sich nach heutigem Wissensstand vor 10.000 Jahren zu. Eine daraus entstandene, sich rapide ausbreitende Gaswolke könnte den Pulsar angetrieben haben. Vor 5.000 Jahren jedoch, so die forscher, sei er durch die Wolke gesprengt und weiter vorangetrieben worden – was seinen feurig gelben Schwanz ausmachen würde, den du auch oben im Bild siehst.

"Weitere Studien zu diesem Objekt werden uns helfen zu verstehen, wie diese Explosionen Neutronensterne mit einer so hohen Geschwindigkeit 'treten' können", sagte Frank Schinzel, Wissenschaftler am National Radio Astronomy Observatory.

Bei Pulsaren weicht die Symmetrieachse ihres Magnetfelds von der Rotationsachse ab. Deshalb sendet er Strahlung aus. Liegt die Erde in ihrem Strahlungsfeld, empfängt sie Leuchtsignale wie von einem Leuchtturm. Kein Wunder, dass immer wieder unheimliches Licht Menschen durchdrehen lässt, wie unlängst auf Twitter. Auch das Objekt Oumuamua ist Forschern noch ein Rätsel. Pulsare könnten für derartige Phänomene die Ursache sein. Außerdem lauern diese fünf Dinge im All auf dich.

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