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Drohnentest: Forscher nutzen isländische Höhle als Mars-Ersatz

Forscher des SETI-Instituts nutzten die isländische Höhle Lofthellir um eine Lidar-Drohne für den Mars-Einsatz zu testen.
Forscher des SETI-Instituts nutzten die isländische Höhle Lofthellir um eine Lidar-Drohne für den Mars-Einsatz zu testen.
Foto: NASA/Astrobotic/SETI Institute/Lee et al.
Als Vorbereitung auf eine Mars-Mission haben Wissenschaftler eine Höhle in Island genutzt. Sie sollte einer Drohne als zu kartografierendes Refugium dienen.

Während die Menschheit bereits verschiedenste Sonden auf den roten Planeten entsandt hat, war es uns doch bislang noch nicht möglich, selbst auf dem Mars fußzufassen. Sollte es jedoch irgendwann soweit sein, will die Wissenschaft vorbereitet sein. Orte, wie eine isländische Höhle bieten sich für technische Vorabtests an. Vor allem, wenn es darum geht, mittels einer Drohne das Terrain zu kartografieren.

Leben auf dem Mars: Zwischen Kolonialist und Höhlenmensch

Wenn es denn irgendwann soweit sein sollte, dass die Menschen den Mars kolonialisieren können, würden sie vermutlich in den Lavahöhlen unter der Oberfläche des roten Planeten nach Schutz suchen. Dort könnten sie den extremen Temperaturen, der Strahlung sowie auf dem Erd-Nachbarn einschlagenden Asteroiden entfliehen.

Die Marshöhlen jedoch auf eigene Faust zu erkunden, kann ebenso wie auf der Erde gefährliche Folgen haben. Umso wichtiger ist es also, dass sich die ersten Kolonialisten technisch für ihre Reise ausrüsten. Lidar-Drohnen wie jene, die derzeit von Wissenschaftlern des SETI-Instituts (Search for Extraterrestrial Intelligence) getestet wird, könnten dabei helfen, sich einen Überblick zu verschaffen.

Mit ihrer Hilfe ließen sich gegebenenfalls Gänge, Hohlräume und Strukturen kartografieren. Weitere Tests gäben anschließend Aufschluss über die Beschaffenheit des Gesteins und zu der Frage, ob sich untertage (Trink-)Wasser befindet. Doch will ein solches Szenario erprobt werden – beispielsweise in einer Lavahöhle wie Lofthellir in Island.

Lofthellir: Ein Stückchen Mars in Island

"Unser Feldtest ist eine erste Demonstration eines vielversprechenden neuen Konzepts, das 'berührungslos und schnell' ist, um die vielen Höhlen zu erkunden, die auf dem Mond und auf dem Mars existieren, von denen einige möglicherweise auch eisreich sind", erklärte der Teamleiter Pascal Lee gegenüber Digital Trends.

„Auf dem Mond und in großer Höhe auf dem Mars ist die Atmosphäre natürlich zu dünn, um Drohnen mit luftgetränkten Propellern zu fliegen. Stattdessen würden wir 'gedrosselte Drohnen' verwenden, kleine schwebende Raumfahrzeuge, die mit Kaltgasstrahlern oder anderen Mini-Raketentriebwerken ausgestattet sind", fuhr Lee fort.

Video: Lidar-Drohne in Lofthellir

Entwickelt wurde die Drohne, die von Lees Team zur Erkundung von Lofthellir genutzt wurde, von Astrobotic, dem privaten Raumfahrtunternehmen, das mitunter die drohnenbasierte Lidar-Kartografie entwickelt hat. Diese nutzt sichtbare und lidare (gepulstes Laserlicht) Bilder, um sich autonom fliegend fortzubewegen.

"Der Roboter muss sich auch nicht in der Höhle aufhalten, wo die Temperaturen niedrig sind, Sonnenstrom nicht verfügbar ist und eine Kommunikationsverbindung zur Erde verloren geht", sagte Lee. "Die Drohne muss diese Bedingungen nur für eine sehr kurze Zeit akzeptieren, bevor sie die Höhle wieder verlässt."

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