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18 Grad und es wird noch heißer: Der Klimawandel hat Deutschland längst erreicht

Do, 20.06.2019, 17.26 Uhr

Der Klimawandel hat Deutschland längst erreicht

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Am 23. März steht das Wetter im Fokus und damit auch der Klimawandel. Auch wenn du es selbst noch nicht spüren magst – selbst im Norden des Landes steigen die Temperaturen stetig.

Der Klimawandel ist menschengemacht, so weit können wir Tausenden Forschern, die das bestätigen, glauben. Und dass das Konsequenzen für die Erde und damit für uns alle haben wird, sollte auch klar sein. Viele glauben aber wahrscheinlich nicht, wie kurzfristig sich diese bemerkbar machen können. Am 23. März, dem Welttag der Meteorologie, machen Experten noch einmal darauf aufmerksam – und zeigen auch auf, dass der Klimawandel in Norddeutschland bereits zu spüren ist.

Was ist eigentlich der Klimawandel?

Welttag der Meteorologie: Der Klimawandel ist längst da

So kommt eine Analyse des Deutschen Wetterdienstes zum Welttag der Meteorologie genau richtig. Messdaten aus den Bundesländern Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen und Niedersachsen wurden erhoben, mit folgendem Ergebnis: Besonders seit der Jahrtausendwende wird es in Norddeutschland immer wärmer.

Das überrascht, schließlich hat der Norden Deutschlands den Ruf eines kühlen und regnerischen Klimas. Dabei hat das gar nicht so viel mit der Sonneneinstrahlung zu tun. Natürlich, sie bestimmt das Klima und damit das Leben auf der Erde. Aber sie hat sich neuesten Erkenntnissen nach in letzter Zeit sogar eher abgekühlt, während es auf der Erde trotzdem wärmer wird. Die globale Erwärmung ist ein Phänomen, das uns Menschen zuzuschreiben ist.

In den genannten Regionen lag die Temperatur im Monat Juli seit 2000 im Schnitt bei 18,3 Grad Celsius. Das ist rund 1,4 Grad höher als in den Jahren von 1940 bis 1999. Wir merken es selbst: Die Sommer werden heißer, die Winter wärmer. Viele Pflanzen blühen immer früher im Jahr, viele Insekten finden nicht mehr das Wasser, das sie brauchen. Dieses Säugetier hat der Klimawandel wohl schon ausgelöscht. Das Phänomen hat viele Auswirkungen.

Norddeutschland repräsentiert weltweite Klima-Entwicklung

In Norddeutschland bestätigt sich damit ein globales Problem: Seit der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist die weltweite Durchschnittstemperatur um etwa ein Grad gestiegen. Das ist eine schnellere Entwicklung als bei allen früheren natürlichen Klimaschwankungen, bestätigen der Deutsche Wetterdienst sowie die Internationale Organisation für Meteorologie (WMO). Setzt sich dieser Trend, vor allem durch freigesetzte, umweltschädliche Gase derart fort, könnte die Durchschnittstemperatur bis Ende des aktuellen Jahrhunderts um drei bis fünf Grad steigen.

Video: Die Temperaturen der vergangenen 136 Jahre – es wird wärmer

Immerhin lagen die weltweit wärmsten 20 Jahre alle in den vergangenen 22 Jahren, die wärmsten vier im Zeitraum von 2015 bis 2018. Neben den Messdaten der Wetterdienste tun Forscher einiges, um dem Menschen den Klimawandel nachweisen zu können. Jahrtausendealte Eisschichten "überführen" uns, wie der NDR berichtet: Der bisher längste Bohrkern förderte in der Antarktis gefrorene CO2-Partikel aus unterschiedlichen Epochen zutage – mit dem Ergebnis: Die viel diskutierten CO2-Rekordwerte der vergangenen Jahrzehnte hat es vor Hunderttausenden von Jahren nicht gegeben.

CO2-Anteil steigt mit Gebrauch fossiler Brennstoffe

Ja, das Erdklima hat sich im Laufe der Zeit immer wieder geändert, auf Eiszeiten folgten wärmere Zeiten, was den natürlichen CO2-Gehalt der Atmosphäre beeinflusst. Doch seit viel zu langer Zeit ist diesmal kein Ende des CO2-Anstiegs in Sicht. "Der fortschreitende Anstieg von CO2 aus der jüngeren Geschichte zeigt eine bemerkenswert parallele Entwicklung mit dem steigenden Gebrauch fossiler Brennstoffe und kann deshalb damit in Beziehung gesetzt werden", schreibt auch die NASA.

Der Klimawandel hat Folgen. Möglicherweise sind Kritiker schneller davon zu überzeugen, zu glauben, was geschieht, wenn sie sehen, wie ihre Heimat oder ihr Wohnort davon betroffen ist, wie am Beispiel Norddeutschland. Der Gletscherschwund ist so groß, dass wir bereits "14 Mal den Bodensee verloren" haben, meint ein Forscher. Die Arktis ist vielleicht schon nicht mehr zu retten und der Erde selbst bleiben vielleicht noch 140 Jahre, meinen einige Experten.

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