Science 

Was steckt wirklich im iPhone? Der Smoothie-Test zeigt es

Das pulverisierte iPhone wurde chemisch analysiert.
Das pulverisierte iPhone wurde chemisch analysiert.
Foto: University of Plymouth
Bei Smoothies denkt man normalerweise an Bananen, Spinat, Karotten und mehr gesundem Zeug. Was aber offenbart sich, wenn ein iPhone in den Mixer kommt? Forscher haben das getestet.

Wenn Gemüse und Obst in einen Standmixer zu einem Smoothie zerhexelt werden, offenbart sich ihr Inneres. Was liegt also näher, als dasselbe mit einem einem iPhone oder einem anderen Smartphone zu tun? Forscher wollten die tiefgründigen Geheimnisse der Geräte erkunden und haben ein iPhone von den rotierenden Messern zermahlen lassen.

So sieht es aus, wenn ein aus einem iPhone ein Smoothie gemacht wird

Um besser zu verstehen, welche Materialen wirklich in Smartphones verbaut sind, haben zwei Geologen der University of Plymouth ein iPhone in einen Standmixer gesteckt und zermahlen. Die anschließende chemische Analyse soll auch dazu dienen, Konsumenten für die Energie und den Rohstoffabbau, der für ihre Produktion aufgewendet wird, zu sensibilisieren und die Hersteller zu höheren Recyclingraten zu drängen.

Ein Video zeigt, wie das iPhone (ohne Akku) zu Staub pulverisiert wird. Durch das Mischen mit einem Oxidationsmittel bei etwa 500 Grad Celsius konnten die Forscher herausfinden, woraus es besteht. Eine große Bandbreite an Elementen wurde dabei zutage gefördert, inklusive der üblichen Verdächtigen:

  • Eisen, Nickel und Silikon

Überraschenderweise fanden sie aber auch diese Elemente:

  • 90 Milligramm Silber
  • 900 Milligramm Scheelit, auch Tungstein genannt, das bei Schmelzprozessen wie diesem das Element Wolfram ausscheidet
  • und 36 Milligramm Gold
Video: Was in einem iPhone steckt, zeigt der Test im Standmixer

Überraschung: Viel mehr Gold im iPhone als gedacht

"Das bedeutet, dass ein Telefon in Bezug auf seine Konzentration 100 Mal mehr Gold oder zehnmal mehr Tungstein enthält, als eine Mineralressource, die Geologe als 'hochgradig' bezeichnen würden", schreibt Alan Williams, Medien- und Kommunikationsverantwortlicher an der University of Plymouth.

"Wir befinden uns jetzt in einem Klima, in dem die Menschen sozial verantwortungsbewusster werden und sich für den Inhalt ihrer Einkäufe interessieren", sagte Colin Wilkins, einer der beiden Geologen des Projekts in der Pressemitteilung. "Teilweise hat das dazu beigetragen, dass einige der großen Mobilfunkunternehmen sich dazu verpflichtet haben, ihre Recyclingraten zu erhöhen."

Dazu zählt auch Apple. Im September 2018 verpflichtete sich der Konzern dazu, seine iPhones mit mehr verwertbarem Altmaterial auzustatten. Ein Apple-Roboter schlachtet bereits iPhones aus. Im Januar 2019 gab außerdem Samsung bekannt, Plastikverpackungen seiner Elektronikprodukte durch wiederverwertbares Material ersetzen zu wollen.

iPhone-Smoothie Nummer 1

Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass ein iPhone durch einen Mixer zerstört wurde. Der YouTube-Channel "Will It Blend?" machte das, soweit bekannt, zum ersten Mal. Das ist bereits zwölf Jahre her. Die Forscher aus Plymouth nutzten übrigens denselben Mixer

Video: Ein iPhone im Mixer (2007)
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