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China behauptet, einen Polizeihund geklont zu haben

Polizeihunde sollen effizienter trainiert werden – Klone sollen die Lösung sein.
Polizeihunde sollen effizienter trainiert werden – Klone sollen die Lösung sein.
Foto: ANTHONY WALLACE/AFP/Getty Images
Wenn das Training von Polizeihunden zu viel Zeit und Geld beansprucht, liegt für China, den Vorreiter in Sachen Gentherapie, die Lösung nahe: Klonen.

Es kann ganz schön kostspielig sein, Polizeihunde zum Schutz unserer Sicherheit zu trainieren. Jedes Tier hat schließlich seine eigenen Fähigkeiten und Persönlichkeit. Die Lösung für das Problem will China gefunden haben: der geklonte Polizeihund. Schließlich sollte kaum etwas schiefgehen, wenn die leistungsfähigsten ihrer Art kopiert werden. Eine gute Idee, die aber ethisch hinterfragt wird.

China klont Polizeihund: Zeit ist schließlich Geld

Einer Technologienation wie China ist kaum etwas so wichtig wie die Themen Zeit und Geld. Beides kann schließlich eingespart werden, wenn man nur die richtige Idee hat. Die hatte China, genauer gesagt die Stadt Kunming zusammen mit der dort ansässigen Yunnan Agricultural University und dem Unternehmen Beijing Sinogene Biotechnology. Sie trainieren derzeit Kunxun, den geklonten Polizeihund.

Vor zwei Monaten war der Wolfshund geboren worden, allerdings nicht auf die traditionelle Art und Weise. Einem Bericht der Zeitung China Daily zufolge entstand er aus somatischen Hautzellen eines erwachsenen Hundes. Daraus wurde ein geklonter Embryo gebildet, der einem Beagle implantiert wurde, der ihn schließlich austrug.

Somatische Zellen sind Körperzellen, aus denen im Unterschied zu Zellen der Keimbahn keine Geschlechtszellen hervorgehen können. Sie werden häufig beim Klonen verwendet, weil sie im Laufe des Lebens mit dem Tod enden. Dadurch haben Veränderungen ihrer Erbinformationen (Gentherapie) keine Auswirkungen auf folgende Generationen.

Geklonte Polizeihunde "in Serie"

Die Forscher wissen demnach, was Kunxun kann: Er lernt schnell und ist leistungsfähig, wie sein Original. Deshalb wird er auch nach bereits zehn Monaten Training seinen Dienst antreten. Es handle sich bisher nur um ein Experiment, meint der an dem Projekt beteiligte Forscher Wan Juisheng in China Daily. Der finale Plan sei es jedoch, geklonte Polizeihunde innerhalb der nächsten zehn Jahre "in Serie zu fertigen". Es gäbe sogar eine Zellbank, um eine Sammlung von Klon-Hunden schnell zu züchten.

Gentherapie löst weltweit nicht nur Begeisterungsstürme aus. Ethische Fragen bleiben mit der Weiterentwicklung der Threapieform nicht aus. Das wird auch beim geklonten Polizeihund nicht anders sein. Chinas genveränderte, geklonte Affen sind ebenfalls nicht frei von Kritik. Und auch die ersten genmanipulierten Babys aus China sorgten für großes Aufsehen und ethische Bedenken. Forscher sind außerdem dabei herauszufinden, wie Gene unsere Intelligenz beeinflussen.

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