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Indien ist das neueste Mitglied im Club der "Satelliten-Killer"

Indiens Premierminister verkündete, dass die Nation einen Satelliten in der Erdumlaufbahn zerstört habe.
Indiens Premierminister verkündete, dass die Nation einen Satelliten in der Erdumlaufbahn zerstört habe.
Foto: Pixabay
In einem Test für ein neues Abwehrsystem hat Indien einen Satelliten in der Erdumlaufbahn zerstört – und sieht sich nun als Großmacht im All.

Indien hat nach eigenen Angaben eine bemerkenswerte technologische Schwelle überschritten: Ein ausgedienter Satellit in 300 Meter Höhe wurde mithilfe einer Rakete beschossen und zerstört. Nach den USA, Russland und China ist der südasiatische Staat somit weltweit die vierte Macht, die einen Satelliten im All außer Gefecht gesetzt hat.

Indien zerstört einen Satelliten

Im Rahmen einer Live-Ansprache im Fernsehen verkündete Indiens Premierminister Narendra Modi die Mission des Satelliten-Abschusses. Der Test mit dem Codenamen „Mission Shakti“ habe nur drei Minuten gedauert. Eingesetzt wurde eine bodengestützte Antisatelliten-Rakete (ASAT), die in der Stadt Abdul-Kalam-Island abhob.

Modi sprach von "einem Moment des Stolzes" für das Land – die Nation sei eine Großmacht im All und verfüge nunmehr auch über Anti-Satelliten-Waffen.

Stellen die Trümmer des Satelliten eine Gefahr dar?

Die Effekte, die die verbleibenden Trümmerteile im All verursachen können, sind noch weitestgehend ununtersucht.

Als warnendes Beispiel gilt der Abschuss eines Satelliten im All in über 800 Kilometer Höhe im Jahr 2007, der durch die Nation China getätigt wurde. Denn: Mehr als 3000 Trümmerteile entstanden in dieser bislang größten Weltraummüllwolke. Die Rückstände werden vermutlich noch Jahrzehnte die Erde umkreisen und dabei andere Satelliten oder auch Raumstationen gefährden.

Laut Modi soll der Weltraummüll aus dem Treffer jedoch binnen Wochen oder Monaten verglüht sein, da die Trümmerteile niedrigfliegender Satelliten andere Objekte im All nicht so stark beeinflussen und gefährden wie solche, die höher fliegen.

Der Test des „Satelliten-Killers“ verdeutlicht folglich Indiens Ambitionen in der Raumfahrt: Bereits dieses Jahr soll erstmals eine unbemannte indische Sonde auf dem Mond landen. Hier lieferte sich Indien erst kürzlich einen Wettbewerb mit der Nation Israel – den diese vorerst gewann. Im Jahr 2022, dem 75. Jahrestag der indischen Unabhängigkeit, will Indien übrigens selbst einen bemannten Flug in den Weltraum wagen.

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