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Feuchtfröhlich! Erkenntnisse zu Marsflüssen ändern das Bild des Wüstenplanetens

Auf dem Mars gab es noch vor einer Milliarde Jahre gigantische Flüsse.
Auf dem Mars gab es noch vor einer Milliarde Jahre gigantische Flüsse.
Foto: NASA/JPL/Univ. Arizona/UChicago
Neueste Entdeckungen zeigen, dass gigantische Flüsse auf dem Mars auch noch in der späten Feuchtzeit existierten.

Der Mars ist bekannt für seine wüstenähnliche Landschaft. Jetzt entdeckten Forscher Flussbetten auf dem Roten Planeten, die Vermutungen zulassen, die prächtigen Flüsse hätten noch viel länger existiert als gedacht.

Gewaltige Flüsse auf dem Mars wurden älter als vermutet

Der staubtrockenene Wüstenplanet Mars verfügte einst über riesige Seen, Flüsse und womöglich gar Ozeane. Doch 500 Millionen Jahre nach der Entstehung des Planeten sollte sich dies ändern – die Flüsse verschwanden.

Zurück blieben lediglich Flusstäler und -kiesel, die auf die enormen Wassermassen in längst vergangenen Zeiten hindeuten. Das milde und tropische Klima auf dem Mars wandelte sich, wurde trocken und eiskalt, die Flüsse verschwanden.

Seit langem quält Forscher die Frage, wie lange die Flüsse wohl bestanden haben mochten. Wann versiegte der letzte Wassertropfen und läutete das trockene Zeitalter auf dem Roten Planeten ein?

Flussbetten sind der Schlüssel zur Geschichte

Flussbetten sind der Schlüssel zum Alter der Flüsse. So kann man aus deren Breite und Tiefe sowie dem Umfang ihres Einzugsgebiets erschließen, wie viel Wasser in den Flussbetten vor Milliarden von Jahren geflossen sein muss. Die Anzahl und Größe der Flusskiesel impliziert, wie enorm die Strömung einst gewesen sein könnte.

Edwin Kite von der University of Chicago und sein Team knöpften sich Orbitersonden-Aufnahmen von rund 200 marsianischen Flusstälern aus der Spätzeit der feuchten Periode vor. Das Ergebnis überraschte sie: Noch vor einer Milliarde Jahre – quasi ein Katzensprung im Weltallalter gerechnet – gab es gewaltige Flüsse auf dem Mars.

Die Flüsse waren viel größer als erwartet

Die Forscher sagen, dass es noch Wasser auf dem Roten Planeten gegeben haben muss, lange nach dem Wandel vom feuchten zum trockenenen Klima. Ein weiterer überraschender Fund besteht in der Wassermenge. Diese soll nämlich auch in der zunehmenden Trockenzeit viel größer als erwartet oder gar genauso groß wie in der Feuchtzeit gewesen sein.

Die Ergebnisse zerstören das Bild des Milliarden Jahre alten Wüstenplanetens, auf dem schon seit jeher kein Regentropfen mehr gefallen sein soll. Nein, die feuchtfröhliche Wahrheit ist: Trotz des zunehmend trockeneren Klimas, gab es noch Perioden, in denen es auf dem Mars stark regnete.

Doch woher bekamen die mysteriösen Flüsse auf dem Mars ihr Wasser? Das Rätsel gilt es in der Wissenschaft erst noch zu lösen. Genau wie diese 5 Mars-Mysterien, an denen sich Forscher seit 40 Jahren die Zähne ausbeißen. Vielleicht kann ja dieser Maulwurf, der sich 5 Meter tief in den Mars gebohrt hat, helfen.

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