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Von wegen Klimawandel? Dieser riesige Gletscher wird immer dicker

Es gibt anscheinend einen Gletscher, der dem Klimawandel den Kampf angesagt hat.
Es gibt anscheinend einen Gletscher, der dem Klimawandel den Kampf angesagt hat.
Foto: imago images/Westend61
Grönlands größter Gletscher zeigt laut Forschern ein ungewöhnliches Verhalten, dass komplett dem Klimawandel widerspricht.

Wissenschaftler, die den Einfluss der globalen Erwärmung auf die nördliche Hemisphäre untersuchen, berichten, dass "Jakobshavn Isbrae", der größte Gletscher in Grönland, nicht nur langsamer, sondern auch immer dicker wird. Entgegen zu erwartenden Annahmen in Bezug auf den Klimawandel soll der Riese ganze 20 Meter Eis pro Jahr zulegen.

Gletscher vs. Klimawandel

Grönland gilt nach der Antarktis als der Ort mit der zweitgrößten Eisdecke der Welt, auf die die globale Erwärmung massiven Einfluss hat. Der Jakobshavn Isbrae-Gletscher war deshalb bisher als jener Eisberg, bekannt, der weltweit am meisten Eismasse verliert.

Seit mehreren Jahrzehnten taut der Gletscher bereits und setzt damit immer neue Eisberge frei, die aufs Meer treiben. Der abgehenden Gletscherteilen wird sogar nachgesagt, den Untergang der Titanic verursacht zu haben. Außerdem trägt der Jakobshavn Isbræ durch die Geschwindigkeit, in der er alleine innerhalb der vergangenen 20 Jahre getaut ist, maßgeblich zum Anstieg des Meeresspiegels bei. Allein 2000 bis 2010 war er Forschern zufolge für eine Erhöhung um einen Millimeter verantwortlich.

ESA-Satelliten beleuchten Ausmaß des Gletscherwachstums

Neue Verarbeitungsmethoden von Satellitendaten der Europäische Weltraumorganisation (ESA) und der NASA haben zu Tage gefördert, in welchem Ausmaß sich Jakobshavn Isbrae dem Klimawandel zu widersetzen scheint.

In den vergangenen Jahren sei das Wasser in der Disko Bay, dasin den Jakobshavn Fjord einfließt, mehr als ein Grad kälter als die bisher beobachtete Durchschnittstemperatur geworden. Dies habe die Schmelzrate des Gletschers herabgesetzt.

Auch die NASA hatte schon Ähnliches festgestellt. Einem Bericht des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA zufolge reagiere der Gletscher auf die Nordatlantische Oszillation (NAO), einer Schwankung des Druckverhältnisses, die den Atlantik dazu bringt, alle fünf bis 20 Jahre zwischen warmen und kalten Temperaturen zu wechseln. Wenngleich der Jakobshavn dadurch zunächst wieder einen Teil seiner Eismasse aufbauen wird, gehen die Wissenschaftler nicht davon aus, dass es sich dabei um ein längerfristiges Phänomen handelt.

Die Überraschung war dennoch groß. "Am Anfang konnten wir es gar nicht glauben", erklärte Ala Khazendar vom JPL in Pasadena, California. "Wir sind eigentlich davon ausgegangen, dass es so weiter geht wie in den vergangenen 20 Jahren."

Video: Jakobshavn-Gletscher reagiert auf Ozeantemperaturen

Während sich als Grönlands größter Gletscher dem Klimawandel zu widersetzen scheint, hat die globale Erwärmung immerhin Deutschland fest im Griff. Parallel dazu tritt die schwedische Aktivistin Greta Thunberg in die Fußstapfen Al Gores und könnte womöglich den Friedensnobelpreis erhalten.

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