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Shit happens: Schmelzende Gletscher tauen immense Tonnen an Bergsteiger-Kot frei

Achtung, eklig: Bergsteiger-Kot fließt von Gletschern in Alaska ins Tal.
Achtung, eklig: Bergsteiger-Kot fließt von Gletschern in Alaska ins Tal.
Foto: imago/imagebroker
Dass der Klimawandel irgendwann auch ekelerregende Dinge zu Tage fördern würde, war ja abzusehen. So sind in Alaska jetzt tatsächlich Fäkalien von Bergsteigern durch Gletscherschwund an die Oberfläche gelangt.

Was derzeit am Mount Denali in Alaska passiert, ist einfach nur eklig: Die durch den Klimawandel verursachte Gletscherschmelze befördert Tonnen an Kot an die Oberfläche. Diese kommen von Bergsteigern, die dort oben lange campen müssen.

Video: Gletscherschwund

Bergsteiger-Kot in 6.000 Metern Höhe: Dank Klimawandel

Der Mount Denali ist mit seinen 6.190 Metern zwar "nur" der höchste Berg Nordamerikas, da er jedoch im hohen Norden von Alaska liegt, herrschen dort unmenschliche Witterungsverhältnisse: Orkanartige Stürme, tiefe Temperaturen, das alles führt dazu, dass Bergsteiger, die ihn erklimmen wollen, teils mehr als zwei Wochen in den verschiedenen Camps verbringen müssen. Und dabei hinterlassen sie natürlich auch den ein oder anderen Kot.

In der Saison von April bis Juli scheiden sie zwei Tonnen davon aus, die am Berg bleiben. Seit den 70er Jahren sind das insgesamt 66 Tonnen. Mit diesen Verdauungsprodukten beschäftigt sich der Glaziologe Michael Loso vom National Park Service seit Jahren. Und er beobachtet ein Phänomen, bei dem man erst einmal schlucken muss: Die durch den Klimawandel schmelzenden Gletscher zermahlen die Exkremente nicht etwa, sondern tragen sie talabwärts – wo der Kot dann wieder matschig auftaut.

Ekliges und gefährliches Kot

Lecker. Das ist allerdings nicht nur eine eklige Angelegenheit, sie kann auch gefährlich werden: Denn selbst jahrelang darin tiefgefrorene E.coli-Bakterien könnten laut Loso und seinem Team wieder aktiv werden. Außerdem könnten die Exkremente samt Bakterien die Fließgewässer der Region verschmutzen.

Hinzu kommt, dass die Erderwärmung in Alaska schneller voranschreitet als anderswo. Im Winter ist sie um plus 3,4 Grad gestiegen. Das wird wahrscheinlich dazu führen, dass auch die Kotreste aus den niedriger gelegenen Camps um den Berg in Zukunft freigelegt werden – wahrscheinlich schon dieses Jahr.

Der eine "Vorteil"

Immerhin einen Vorteil hat der Mound Denali: Aufgrund seiner geringeren Höhe werden dort "nur" Fäkalien aufgetaut und keine ganzen Bergsteigerleichen wie am Mount Everest. Übrigens haben wir durch den Gletscherschwund schon 14 Mal den Bodensee verloren. Der Klimawandel hat auch Deutschland längst erreicht. Und sehr wahrscheinlich ist die Arktis nicht mehr zu retten.

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