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Israelische Mond-Sonde gecrasht: Warum das einen neuen "Apollo-Effekt" auslösen könnte

Die Mond-Sonde ist gecrasht, Israel ist aber nicht allzu enttäuscht.
Die Mond-Sonde ist gecrasht, Israel ist aber nicht allzu enttäuscht.
Foto: Paul Zinken / dpa
Lange hatte Israel darauf hingearbeitet, als vierte Nation auf dem Mond zu landen. Irgendwie ist ihre Sonde auch dort gelandet – nur anders als geplant. Für Israel kein Problem.

Lange hatte Israel auf diesen Augenblick hingearbeitet: Seine erste Raumsonde überaupt war ins All geschickt worden und sollte auf dem Erdtrabanten landen. Bis kurz vor der Landung schien auch alles glatt zu gehen. Dann jedoch crashte die Beresheet (übersetzt: Genesis) auf den Mond – und der Traum scheint dahin. Dennoch ist das für das kleine Land kein Rückschritt.

Israels Raumsonde zerschellt auf dem Mond

Acht Jahre hatten Ingenieure an der Raumsonde Beresheet gearbeitet, am 22. Februar 2019 war sie endlich ins All gestartet. Rund 6,5 Millionen Kilometer hatte sie zurückgelegt, bis sie endlich kurz davorstand, auf der Mondoberfläche zu landen. Und dann das: 15 Kilometer vor dem Ziel gab es Probleme mit einem Sensor, dann mit dem Hauptantrieb. Schließlich riss die Kommunikation ganz ab und es war klar, dass Genesis auf dem Mond zerschellt sein musste.

"Ich fürchte, wir sind nicht so gelandet wie wir wollten", hieß es im Kontrollraum der SpaceIL, der israelischen Weltraumorganisation, wie die Welt berichtet. Damit ist der Traum der Israelis geplatzt, nach Russland, den USA und China als vierte Nation auf dem Mond zu landen. So richtig traurig ist wohl trotzdem niemand der Beteiligten. "Es ist eine bitter-süße Enttäuschung", sagte Kfir Damari, einer der Gründer des SpaceIL Projekts. "Wir haben unglaublich viel erreicht."

Kommt der nächste "Apollo-Effekt"?

Immerhin sei man auf den Mond gelandet, nur nicht so, wie ursprünglich geplant. Auch Morris Kahn, ein 89-jähriger Multimilliardär, der das Projekt mit 40 Millionen US-Dollar unterstützte, äußerte sich nach dem Crash der Genesis positiv: "Es tut mir keinen Augenblick leid, dass ich hier mitgemacht habe. Wir haben sehr viel getan, auf das wir stolz sein können."

Die Welt vermutet, dass er damit auf den sogenannten "Apollo-Effekt" hinweise: Dieser beschreibt das, was nach der Landung der Apollo 11 auf dem Mond am 20. Juli 1969 passierte. Zehntausende US-amerikanische Jugendliche begeisterten sich plötzlich für Wissenschaft und Technik, wurden Ingenieure und viele von ihnen sicherten der USA damit einen großen technologischen Vorsprung.

Feiern nach dem Crash

Auch die Genesis hat Tausende Jugendliche begeistert, quasi das ganze Land saß vor dem Livestream und beobachtete den Anflug der Sonde auf den Mond. Auch nach dem Crash wurde dort gefeiert, angeblich soll jemand bereits eine Million Dollar für die nächste Sonde gespendet haben. Schon in wenigen Jahren könnte es soweit sein.

Wegen all dem ist die Bruchlandung nicht so fatal wie im ersten Schockmoment angenommen. Immerhin ist Israel die siebte Nation, die den Mond umkreiste und nach Russland, den USA und China die vierte, die Schrott auf dem Erdtrabanten hinterlassen hat. Das ist doch schon mal was.

Du selbst kannst den Mond beobachten und zwar an jedem einzelnen Tag in 2019. Übrigens wäre eine Erde ohne Mond gar nicht denkbar. Kein Wunder, dass er Menschen seit jeher fasziniert. Das sind die drei Gründe, warum der Mond so lange nicht besucht wurde.

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