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Sensation: Fliegende Boeing 747-Sternwarte findet das älteste Molekül des Universums

Links ist der planetarische Nebel NGC 7027 zu sehen, in dem die Forscher nun das älteste Molekül der Welt gefunden haben.
Links ist der planetarische Nebel NGC 7027 zu sehen, in dem die Forscher nun das älteste Molekül der Welt gefunden haben.
Foto: SIRTF Science Center/ Caltech/ MPIfR/ NASA/ ESA/ Rolf Güsten/ MPIfR/ Nature/ DPA
Forschern ist eine sensationelle Entdeckung gelungen: Sie haben das erste Molekül nach dem Urknall gefunden – mithilfe einer fliegenden Boeing-Sternwarte.

Nach dem Urknall vor, so die wissenschaftliche Übereinkunft, 13,8 Milliarden Jahren, entstanden erste Atome, die sich schnell zusammentaten. Daraus ergab sich auch das erste Molekül des Universums. Jahrzehntelang versuchten Forscher es nachzuweisen – und waren jetzt endlich erfolgreich. Geholfen hat dabei eine zur fliegenden Sternwarte umfunktionierte Boeing 747.

Das erste Molekül des Universums: Der Nachweis ist gelungen

Versuche im Labor hatten bereits gezeigt, dass es sich bei dem ersten Molekül unseres Universums um Heliumhydrid-Ionen handelt, einer Verbindung aus ionisiertem Wasserstoff und Helium. Jahrzehntelang waren Forscher auf der Suche danach. Nun ist es einem Team um Rolf Güsten vom Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie gelungen, es nachzuweisen.

Dafür war einiges an Vorbereitung nötig:

  • die Entwicklung eines hochauflösenden Spektrometers, das die Infrarot-Strahlung des Moleküls im All aufspüren kann
  • sowie eine zur fliegenden Sternwarte namens Sofia-Observatorium umgebaute Boeing 747

Mit diesen Instrumenten konnten Messungen aus der Stratosphäre der Erde gemacht werden. Auch Forscher der Universität Köln waren an der Arbeit beteiligt. Das Molekül befand sich in einem planetarischen Nebel namens NGC 7027. Dieser ist circa 3.000 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Molekül Hinweis auf Frühphase nach Urknall

"Wir hatten die Suche nach den Heliumhydrid-Ionen lange auf der Agenda. So etwas Bedeutendes wie das erste Molekül des Universums weckt natürlich den wissenschaftlichen Ehrgeiz", so Güsten. Moleküle sind mehratomige Teilchen, die durch chemische Bindung zusammengehalten werden. Es handelt sich also um die erste nach dem Urknall entstandene chemische Verbindung unseres Universums.

Seine Entdeckung hat das Forscherteam im Fachmagazin Nature veröffentlicht. Für die Wissenschaft ist der Nachweis sensationell – und auch für uns Nicht-Wissenschaftler. Wenn damit besser modelliert werden kann, was in der Frühphase nach dem Urknall passierte, können wir unser Universums viel eher verstehen. Weitere Sensationen gibt es aktuell am laufenden Band, zum Beispiel das erste Foto eines Schwarzen Lochs und die Entdeckung, dass der Marsmeteorit Spuren von Leben enthält

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