Science 

Das Universum breitet sich schneller aus, als Forscher dachten

Unser Universum breitet sich schneller aus als bislang vermutet.
Unser Universum breitet sich schneller aus als bislang vermutet.
Foto: imago images/UPI Photo
Auch Forscher machen Fehler: Diesmal betraf es unser Universum. Ein kleiner Rechenfehler zeigt, dass das All schneller wächst als die Wissenschaft bisher annahm.

Astrophysiker müssen sich gerade einen Irrtum eingestehen: Das Universum breitet sich schneller aus, als sie dachten. Um diesen Fehler zu erklären, muss wohl bald eine neue Physik her.

Der Grund: Das Universum breitet sich schneller aus

Dem Weltraumteleskop Hubble war es möglich die bislang genaueste Messung zu erstellen. Daraus ergab sich, dass die gemessene Expansionsgeschwindigkeit und die Geschwindigkeit, die in der Theorie hervorgesagt wurde, noch größer ist als bisher angenommen.

So messen Forscher im Weltall

Die Wissenschaftler nutzen sogenannte Cepheiden in der Kleinen Magellanschen Wolke, die etwa 162.000 Lichtjahre von der Erde entfernt ist, um Distanzen zu messen. Die Cepheiden, eine besondere Sternengruppe, haben streng regelmäßige Helligkeitsschwankungen und sind daher hilfreich bei der Messung von Entfernungen im Weltall.

Diese Methode wird auch dazu genutzt, um zu definieren, wie schnell Galaxien und andere Strukturen sich von der Erde entfernen und mit welcher Geschwindigkeit das Universum sich ausbreitet. Diesen Wert nennt man Hubble-Konstante.

Nacktes Überleben! So lange würdest du auf den Planeten unseres Sonnensystems durchhalten

Die Menschen wollen den Mars besiedeln, doch würden sie unter den harten Bedingungen des Himmelskörpers überleben? Wir zeigen, wieviel Zeit du auf jedem unserer Planeten überhaupt hättest. Unser Sonnensystem ist riesig. Nicht erst seit am 21. Juli 1
Nacktes Überleben! So lange würdest du auf den Planeten unseres Sonnensystems durchhalten

So schnell breitet sich das Universum aus

Anhand der Hubble-Konstante konnte das Forscherteam um Adam Riess vom Space Telescope Science (STScI) feststellen, dass unser Universum momentan mit einer Geschwindigkeit von 74,03 Kilometern pro Sekunden pro Megaparsec expandiert.

Man kann sich das so vorstellen, dass eine 3,3 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie sich wegen der Ausbreitung des Universums 74 Kilometer pro Sekunde schneller von uns entfernt; eine Galaxie in doppelter Entfernung wird sich sogar doppelt so schnell bewegen.

Damit hatten die Forscher seither eine Ungenauigkeit von 9 Prozent, die das ESA-Weltraumteleskop Planck 2017 errechnet hatte. Daher müsste der Wert der Hubble-Konstante bei lediglich 66,93 ± 0,62 Kilometer pro Sekunde pro Megaparsec liegen.

Forscher müssen neuen Theorien nachgehen

In dem Bericht der Forscher heißt es außerdem, dass die Unsicherheit des aktuellen Wertes auf 1,9 Prozent verringert werden konnte. Nun ist es an den Theoretikern sich einzugestehen, dass die errechnete und tatsächliche Expansionsgeschwindigkeit voneinander abweichen und aufgrunddessen müssten neue Erklärungsansätze gefunden werden.

Es soll schon einige Theorien geben, aber die einzig wahre Antwort sei noch nicht dabei, so die Forscher. Eine davon lautet, dass die theoretisch beschriebene Dunkle Materie stärker mit normaler Materie interagiere, als Astrophysiker bislang dachten. Vielleicht ist aber auch die Dunkle Energie für die Beschleunigung verantwortlich.

Nicht die einzige Entdeckung von Weltraumteleskopen

Erst kürzlich entdeckte das Weltraumteleskop Kepler den ersten Doppelstern mit drei Planeten. Hubble konnte auch schon einmal eine Kollision von zwei Galaxien festhalten. Außerdem fanden Forscher 83 Schwarze Löcher am Rande unseres Universums.

Zu den Kommentaren

Neueste Videos auf futurezone.de

Die neuesten Videos von futurezone.

Neueste Videos auf futurezone.de

Beschreibung anzeigen