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Tektonisch aktiv: Immer wieder bebt es auf dem Mond

Auf dem Mond kommt es auch heute noch zu Beben.
Auf dem Mond kommt es auch heute noch zu Beben.
Foto: imago images / Ikon Images
Der Mond bebt auch heute noch, das vermuten Forscher jetzt. Sie können sogar genau berichten, wie häuft es diese tektonischen Aktivitäten gibt.

Der Mond ist möglicherweise auch heute noch tektonisch aktiv: Eine neue Auswertung von Mondbeben aus der Ära der „Apollo“-Missionen brachten diese Erkenntnis. Acht von 28 aufgezeichneten Beben haben sich vermutlich nahe geologisch junger Bruchzonen ereignet.

28 Mondbeben in acht Jahren

Als der Mond nach seiner Entstehung abgekühlt ist, hat er sich laut dem Analyseteam um Thomas Watters von der Smithsonian Institution in Washington im Fachblatt „Nature Geoscience“ zusammengezogen wie eine Rosine, die sich aus einer vertrocknenden Weinbeere formt. Die Mondoberfläche, die nicht so elastisch ist wie die Haut einer Weinbeere, ist dabei mehrfach aufgebrochen und hat tausende Klippen gebildet. Die Mondsonde „Lunar Reconnaissance Orbiter“ (LRO) der US-Raumfahrtbehörde NASA hatte vor etwa zehn Jahren geologisch relativ junge solche Brüche entdeckt.

Mondbeben durch Asteroideneinschläge ausgelöst

Bisher war noch nicht klar, wie jung diese tektonische Aktivität ist. Die Astronauten der bemannten „Apollo“-Mondmissionen 12, 14, 15 und 16 hatten vier Seismometer auf dem Erdtrabanten hinterlassen, die seismische Aktivität auf dem Mond aufgezeichnet haben. Von 1969 bis 1977 registrierten die Instrumente insgesamt 28 Mondbeben, die unter anderem durch Asteroideneinschläge ausgelöst worden sein könnten.

Auf der Erde hätten diese Beben eine Stärke zwischen 2 und 5 gehabt, so die Forscher. Sie haben die Daten der Seismometer nun neu ausgewertet. „Wir haben festgestellt, dass eine Reihe der Beben aus den 'Apollo'-Aufzeichnungen sich sehr nah an den Bruchzonen aus den LRO-Aufnahmen ereignet haben“, erklärte Co-Autor Nicholas Schmerr von der Universität von Maryland in College Park.

Bruchzonen vermutlich heute noch aktiv

Die Epizentren von acht Mondbeben lagen demnach immer in einem Radius von 30 Kilometer um diese jungen Bruchzonen herum. „Wir halten es für sehr wahrscheinlich, dass diese acht Beben von Brüchen verursacht wurden, die abgerutscht sind, nachdem sich Spannung in der Mondkruste durch die globale Kontraktion und Gezeitenkräfte aufgebaut hatte“, erläuterte Watters.

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Zwar sind die „Apollo“-Seismometer seit 1977 abgeschaltet. Geologisch ist das jedoch keine nennenswerte Zeit. Es sei recht wahrscheinlich, dass die Bruchzonen auch heute noch aktiv seien, betonte Schmerr. „Man bekommt nicht oft irgendwo außerhalb der Erde aktive Tektonik zu sehen, daher ist es sehr spannend, darüber nachzudenken, dass diese Brüche vielleicht immer noch Mondbeben produzieren.“

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