Science 

Noch mehr Weltraumschrott? SpaceX will 12.000 Satelliten im All platzieren

12.000 Satelliten sollen bis 2025 ins Weltall geschossen werden.
12.000 Satelliten sollen bis 2025 ins Weltall geschossen werden.
Foto: iStock/lavemotion
12.000 Satelliten will der US-Konzern SpaceX in die Umlaufbahn bringen. Sie sollen für schnelle 5G-Zugang sorgen. Schließt das unseren Planeten nicht völlig in Müll ein?

Starlink-Satelliten sollen ins Weltall, damit das 5G-Netz bis 2025 weltweit vollständig funktioniert. Elon Musik hat bereits im Februar 2018 mit einigen Satelliten-Test in einer Umlaufbahn von 500 Kilometern gestartet. Nun soll es dieses Jahr mit der Platzierung der Satelliten weitergehen, damit SpaceX auch der erste Anbieter für das neue Netz ist. Über 12.000 Satelliten wird SpaceX dafür benötigen.

SpaceX platziert Satelliten: Das ist erst der Anfang

Bereits am 15. Mai 2019 gab es den Startschuss für SpaceX. Eine Falcon-9-Rakete brachte 60 Testsatelliten in die Umlaufbahn.

  • März 2019: US-Kommunikationsbehörde FCC genehmigt SpaceX 4.425 Satelliten in einer Höhe von 1.200 Kilometer im Weltraum zu platzieren
  • Weiterer Antrag von SpaceX für zusätzliche 7.518 Satelliten in einer Höhe von 335 bis 346 Kilometern

Die Satelliten, die der US-Konzern in den Weltraum schießt, wiegen etwa 400 Kilogramm. Sie sind manövrierfähig, können miteinander kommunizieren und sind mit 5G-Sendemasten ausgestattet.

Auch andere Unternehmen wollen Satelliten platzieren

SpaceX ist nun aber nicht das einzige Unternehmen, dass Satelliten in den Weltraum befördern will. Auch Samsung und Boeing planen weitere Tausende zu stationieren. OneWeb, Kepler, LeoSat oder TelSat wollen in kleinen Mengen mitmischen und planen nur mit Dutzenden oder Hunderten Flugkörpern. Insgesamt gilt im Weltraum freier Verkehr und freie Nutzung. Weltraumkörper oder Territorien bzw. Ressourcen sollen nicht in Besitz genommen werden können.

Kritische Einschätzung für 5G

Forscher blicken der Einführung von 5G wegen der Zunahme von elektromagnetischer Strahlung kritisch entgegen. Diese könnte durch Satelliten und Sendemasten steigen. Die Zahl der Sendemasten müsste nämlich ebenfalls erhöht werden, um Daten von autonomen Autos, Sensoren oder Smart Home-Geräten zu versenden und zu empfangen.

Satelliten in der Erdumlaufbahn

  • Momentan befinden sich 2.000 funktionsfähige Satelliten in der Umlaufbahn
  • Insgesamt sollen es aber laut NASA über 4.800 Satelliten sein
  • Das heißt: 2.800 Satelliten kreisen als Abfall um die Erde

Satelliten stürzen immer wieder ab oder verglühen in der Atmosphäre. Dabei können auch Teile auf die Erde fallen. Das Risiko beträgt laut NASA 1:10.000. Unternehmen wie SpaceX gefährden in gewisser Weise auch das Leben der Erdbewohner.

Neben der großen Anzahl an Satelliten befinden sich auch über 14.300 Raketen, Raketenteile und anderer Weltraumschrott im All. Alle Staaten, die durch Raketen oder Satelliten für Schäden sorgen, sind nach dem Weltraumrecht, der Convention on International Liability for Damage Caused by Space Objects von 1972, auch dafür verantwortlich.

NASA zahlt SpaceX Millionen, um uns vor Asteroiden zu schützen

Kontrollierter Absturz von Satelliten

Mittlerweile umkreist die Erde eine dicke Schicht an Weltraumschrott. Davon sind eine halbe Millionen Teile größer als ein Zentimeter und können damit Raketen, Satelliten und auch Weltraumstationen gefährlich werden. Die Flugkörper haben eine Lebensdauer von einigen Jahren und müllen deswegen das All zu.

Um die Masse an Weltraumschrott zu reduzieren, gibt es die Space Debris Mitigation Guidelines of the Committee on the Peaceful Uses of Outer Space von 2010. Hier heißt es, dass ungenutzte Satelliten kontrolliert zum Absturz gebracht werden sollen.

Einfluss auf die Umwelt

Rund 12.000 Satelliten im Weltall bedeutet auch mehr Raketenstarts, um diese zu platzieren. Bedenkt man die kurze Lebendauer der Satelliten, so erhöht das ebenfalls die Raketenstarts. Dies könnte auch zur weiteren Zerstörung der Ozonschicht beitragen. Die Emissionen wurden sich durch die wiederholten Starts der Raketen verhundertfachen.

Rußpartikel, die beispielsweise von Falcon-Raketen in der Stratosphäre abgegeben werden, haben einen großen Einfluss auf das Klima. Laut NASA könnten diese in 40 Kilometer Höhe dünne Wolken bilden. Diese könnten die Temperaturen in der Atmosphäre und auf der Erdeoberfläche beeinflussen. Inwiefern diese Beeinflussung stattfindet, ist allerdings noch nicht genau erforscht. Das Risiko wird momentan noch als geringfügig eingestuft.

Im Kampf gegen den Weltraumschrott dürfen SpaceX-Satelliten nun auch niedriger fliegen. Das genehmigte die FCC. So feierte die SpaceX-Rakete Falcon Heavy Flugerfolg.

Zu den Kommentaren

Neueste Videos auf futurezone.de

Beschreibung anzeigen