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18 Exoplaneten entdeckt: Einer könnte lebensfähige Bedingungen bieten

18 neue Exoplaneten wurden dank des Weltraumteleskops Kepler entdeckt.
18 neue Exoplaneten wurden dank des Weltraumteleskops Kepler entdeckt.
Foto: imago images/Science Photo Library
Zwar ist das Weltraumteleskop Kepler nicht mehr im Einsatz, doch der Datensatz liefert immer wieder neue Erkenntnisse. Dieses Mal wurden 18 neue Exoplaneten entdeckt.

Wissenschaftler haben die Daten des Weltraumteleskops Kepler ausgewertet und machten dabei eine überraschende Entdeckung: 18 Exoplaneten waren ihrem Radar entgangen, weil diese zu klein sind. Darunter befindet sich auch der kleinste bisher bekannte Exoplanet.

18 neue Exoplaneten im Weltall entdeckt

Unter den 18 Exoplaneten befindet sich auch eine Welt, die vielleicht sogar lebensfreundliche Bedingungen bieten könnte. Für die Auswertung nutzten die Forscher des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) und der Sternwarte Sonneberg eine von ihnen entwickelte Methode aus, wie der Standard berichtet. Im gesamten Datensatz des Weltraumteleskops Kepler müssten mit der neuen Methode noch über 100 Exoplaneten entdeckt werden.

Bislang kennt man rund 4.000 Exoplaneten, die um Sterne außerhalb unseres Sonnensystems kreisen. Der größte Teil, etwa 96 Prozent, ist größer als unsere Erde. Sie sind in etwa vergleichbar mit Neptun oder Jupiter. Da sich aber große Planeten einfacher aufspüren lassen, kann das Verhältnis nicht die Wirklichkeit widerspiegeln.

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Bisher wurde die Transit-Methode verwendet

Bei den kleinen Welten hoffen Forscher erdähnliche Planeten zu entdecken. In diese Kategorie fallen auch die 18 neu entdeckten Planeten. Der kleinste Exoplanet hat eine Größe von 69 Prozent des Erdradius. Der größte ist doppelt so groß wie die Erde.

Normalerweise wird bei der Suche nach neuen Welten die Transit-Methode verwendet. Sterne werden hierbei nach periodisch wiederkehrenden Helligkeitsabfällen durchforstet. Zieht ein Exoplanet an einem Stern vorbei, verdunkelt er diesen.

"Bisherige Such-Algorithmen versuchen, sprunghafte Helligkeitsabfälle zu identifizieren", sagt René Heller vom MPS gegenüber Astronomy & Astrophysics. "In Wirklichkeit erscheinen Sterne am Rand etwas dunkler als in der Mitte. Wenn ein Planet vor einem Stern entlang zieht, blockiert er anfangs weniger Sternlicht. Erst zur Mitte des Transits erscheint der Stern am dunkelsten. Danach wird er wieder graduell heller."

Kleine Planeten stellen Wissenschaftler vor Herausforderung

Bei großen Planeten ist dieser Helligkeitsunterschied recht groß. Doch kleine Planeten stellen die Wissenschaftler vor eine Herausforderung. Der Unterschied ist meist so gering, dass es sich dabei um die natürlichen Helligkeitsschwangungen eines Sterns handeln beziehungsweise auch eine Messgenauigkeit darstellen könnte. Daher hat die Transit-Methode noch viel Spielraum für Verbesserungen.

Das Weltraumteleskop Kepler zeichnete im Zeitraum von 2009 bis 2013 über 100.000 Sterne auf. So wurden 2.300 neue Welten entdeckt. In der Zeit danach gab es einen technischen Defekt und bis Missionsende 2018 konnten trotz allem 100.000 Sterne aufgenommen werden.

Ein roter Zwergstern bildet die Ausnahme

Das Team um Heller sah sich zunächst die Daten der zweiten Phase an, da diese überschaubarer waren. 517 Sterne wurden erneut untersucht. So stießen die Forscher auf 18 weitere Exoplaneten. "In den meisten der von uns untersuchten Planetensystemen sind die jetzt gefundenen Planeten die kleinsten", erklärt Kai Rodenbeck von der Universität Göttingen und vom MPS. Die Exoplaneten kreisen sehr nah um ihren Stern, daher herrschen dort Temperaturen von über 100 Grad Celisius, teilweise sogar bis 1.000 Grad Celsius.

Mit einer Ausnahem: Ein roter Zwergstern kreist in der habitalen Zone. Das ist der perfekte Abstand zu seinem Stern, um Bedingungen zu bieten, bei der flüssiges Wasser an der Oberfläche vorkommen könnte.

Die neue Methode ist ein enormer Fortschritt

"Unser neuer Algorithmus trägt dazu bei, ein realistischeres Bild von der Exoplaneten-Population im Weltall zu gewinnen", sagt Michael Hippke von der Sternwarte Sonneberg. "Vor allem für die Suche nach erdähnlichen Planeten bedeutet unsere neue Methode einen maßgeblichen Fortschritt."

Das Forscherteam um Heller hält die neue Methode noch lange nicht für ausgereift. Kleinere Planeten, die in einem großen Abstand um ihren Stern kreisen, könnte dadurch ihrem Radar entgehen. Trotzdem gehen sie davon aus, dass sie auf diese Weise noch weitere 100 Exoplaneten dem Datensatz des Weltraumteleskops Kepler entnehmen können.

Das Weltraumteleskop Kepler konnte in seiner Einsatzzeit noch mehr Entdeckungen machen. Beispielsweise erkannten Astronomen einen Doppelstern mit drei Planeten. Durch die Daten des Teleskops konnten Wissenschaftler auch feststellen, dass sich das Universium schneller ausbreitet als bisher vermutet wurde.

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