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Panik, Vermüllung und Co.: Astronomen warnen vor Gefahren von Starlink

Die Starlink-Satelliten von SpaceX stellen in den Augen der Astronomen-Gemeinde eine große Gefahr da.
Die Starlink-Satelliten von SpaceX stellen in den Augen der Astronomen-Gemeinde eine große Gefahr da.
Foto: APA/AFP/SPACEX/HANDOUT / HANDOUT
Nicht nur sollen die Starlink-Satelliten für den Nachthimmel verschandeln, sie sollen auch Astronomen bei ihrer Arbeit stören.

Am 23. Mai schickte SpaceX gleich 60 Starlink-Satelliten in den Orbit. Seitdem gab es viele Gegenstimmen aus den Reihen der Astronomen. Sie warnen nicht nur vor einer Vermüllung der Erdumlaufbahn, sondern fürchten auch, das von Elon Musk geplante Vorhaben, die Erde mit einem ganzen Netz aus Satelliten zu umspannen, könne ihre Arbeit behindern.

Starlink-Satelliten könnten Panik auslösen

Es war eine Mega-Konstellation von blinkenden Objekten, die sich am Nachthimmel zeigte, nachdem Musks SpaceX-Satelliten in den Orbit verfrachtet worden waren. 60 Trabanten formierten sich in einer Reihe, was in einem spektakulären Video festgehalten wurde.

Video: Starlink-Satelliten über den Niederlanden

Dass genau dieser Anblick zu einem Problem werden könnte, ahnten wohl weder Musk noch andere am Projekt Starlink Beteiligte. Die anfängliche Aufregung wich unter Astronomen schnell größeren Befürchtungen darüber, inwiefern der Zug von Satelliten Einfluss darauf haben könnte, wie Menschen auf der Erde den Nachthimmel sehen. Das berichtet unter anderem der Guardian.

Ein möglicher Auslöser dafür könnte eine dänische Ufo-Website sein, auf der mehr als 150 Menschen hinter der Starlink-Flotte eine Armada von Alien-Raumschiffen vermuteten. Nun warnen anerkannte Astronomen öffentlich vor potenziellen Auswirkungen dieser Art.

Astronomen fürchten Lichtverschmutzung durch Starlink

Auch die Internationale Astronomische Union (IAU) hingegen warf zuletzt einen Blick auf die Satellitenstarts. Sie warnt vor einer Lichtverschmutzung, die es erschweren könnte, Sterne am Nachthimmel zu erkennen. Bislang wird diese vor allem durch Straßenlaternen und ähnliche Lichtquellen auf der Oberfläche der Erde erzeugt.

Alleine die im vergangenen Jahrzehnt getätigten Raketen- und Satellitenstarts haben dazu geführt, dass die Lichtverschmutzung sich noch weiter ausgebreitet habe. Ihre Angst vor den gruppierten Satelliten, die im Rahmen der Starlink-Missionen ins All geschickt werden, ist daher durchaus Nachvollziehbar.

Irgendwann hunderte leuchtende Punkte am Himmel

"Alle sind ziemlich überrascht, wie hell sie sind", gab Darren Baskill, Astronom an der University of Sussex zu. Wenn die ersten 1.584 der geplanten 12.000 Starlink-Satelliten im Orbit sein würden, würden 15 davon im Sommer täglich mit bloßem Auge zu sehen sein, zu jedem Sonnenaufgang und jedem Sonnenuntergang. Wenn erst alle 12.000 Trabanten im Orbit angekommen seien, werde diese Zahl auf 70 bis 100 am Nachthimmel sichtbare leuchtende Punkte steigen.

"Es ist im Grunde genommen eine private Firma, die unseren Himmel für alle beschmutzt", äußerte sich noch drastischer Néstor Espinoza, Astrophysiker am Max Planck Institut für Astronomie in Heidelberg. "Es ist interessant, dass es keinen Konsens darüber gibt. Niemand hat uns gefragt."

Musks Plan: Die Satelliten abdunkeln

Allerdings ist Musk noch nie groß der Typ gewesen, der andere gefragt hätte, bevor er etwas startete. Auf Twitter hatte er vor dem Launch der SpaceX-Satelliten noch verkündet, sie würden im Dunkeln liegen, wenn die Sterne herauskämen. Etwas später ergänzte er dann, dass SpaceX nach Möglichkeiten suche, die Strahlkraft der Trabanten zu reduzieren, wie der Guardian berichtet.

Inwiefern Musks Trabanten die Panik vor Alien-Invasionen oder Ähnlichem beeinflussen werden, bleibt abzuwarten. Klar ist auf jeden Fall: Mit den Starlink-Satelliten startet SpaceX in eine nächste Phase. Und im Kampf gegen Weltraumschrott dürfen die SpaceX-Trabanten auch noch niedriger fliegen. Mehr Kurioses aus dem Weltraum? Diese seltsamen Dinge gehen im All vor.

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