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Dieser Planet existiert, obwohl es eigentlich unmöglich ist

Exoplanet NGTS-4b umkreist seinen Stern in nur 32 Stunden.
Exoplanet NGTS-4b umkreist seinen Stern in nur 32 Stunden.
Foto: imago images/Science Photo Library
Es wurde ein Exoplanet entdeckt, der eigentlich zu nah an seinem Stern dran ist, um zu existieren. Forscher haben hierfür trotzdem eine Erklärung.

920 Lichtjahre ist der Exoplanet NGTS-4b von der Erde entfernt. Dieser Planet ist etwas Besonderes: Er ist etwa dreimal so groß wie die Erde und weist auch 20-mal so viel Masse auf. Alle 32 Stunden umkreist er seinen Stern. Zu nah. Und trotzdem hat NGTS-4b eine Atmosphäre. Wie kann das sein? Astronomen haben hierzu eine Erklärung gefunden, wieso der Exoplanet trotzdem existiert.

Wieso hat der Exoplanet eine Atmosphäre?

32 Stunden sind eine ganz schön kurze Zeit, wenn man bedenkt, dass die Erde ein Jahr braucht, um ihren Stern zu umrunden. Auch Merkur, der innerste Planet unseres Sonnensystems, benötigt immer noch 88 Tage. Das internationale Forscherteam, das sich mit der Existenz des Exoplaneten beschäftigt hat, ist der Meinung, dass es den Planeten eigentlich nicht geben sollte.

Im Fachmagazin Monthly Notices of the Royal Astronimical Society berichten sie von ihrer Entdeckung. Dadurch dass NGTS-4b sehr dich an seinem Stern vorbeizieht, sollten mehrere Faktoren dafür sprechen, dass er keine Atmosphäre haben sollte: Sonnenwinde, Röntgen- und UV-Strahlung. Trotzdem konnte eine Atmosphäre nachgewiesen werden.

So begründen Forscher die Atmosphäre

Dieser Exoplanet ist ein neues Phänomen: Planten, die in etwa gleichem Abstand, um ihren Stern kreisen, sind entweder so klein wie der Mars und haben keine Atmosphäre. Oder sie sind so groß wie der Jupiter und bilden durch ihre große Masse eine stärkere Anziehungskraft und können daher eine Atmosphäre haben.

NGTS-4b ist etwa so groß, wie der Neptun. In diesem Zusammenhang sprechen Forscher von einer "Neptun-Wüste". "Wahrscheinlich hat NGTS-4b nur überlebt, weil er einen besonders großen Kern besitzt oder weil er erst später in diese kurze Entfernung zu seinem Stern hineingewandert ist, als dessen Strahlung schon etwas abgeklungen war", vermutet Philipp Eigmüller vom Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) gegenüber Spiegel Online. Etwas Ähnliches werde auch für die Entwicklungsgeschichte des jungen Planeten Merkur angenommen.

NGTS-Teleskope entdeckten den Exoplaneten

Der Exoplanet wurde durch die Analyse der Daten der Teleskope der NGTS-Anlage (Next-Generation Transit Survey) entdeckt. Dabei handelt es sich um zwölf Teleskope, die automatisch den Himmelsabschnitt von jeweils rund drei Grad Durchmesser nach Planeten absuchen. Durch die Transit-Methode konnte NGTS-4b entdeckt werden.

Erst kürzlich wurden mit einer neuen Messmethode 18 Exoplaneten entdeckt. Einer davon soll sogar lebensfähige Bedingungen bieten. Außerdem soll es im Weltall tatsächlich mehr Wasserplaneten geben, als bislang angenommen.

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