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Ein Asteroideneinschlag und seine Folgen: In diesem Teil Deutschlands sieht man sie

Asteroiden im Video: Wie gefährlich sind sie für die Erde?
Fr, 10.05.2019, 18.32 Uhr

Asteroiden-Videos: Wie gefährlich sind sie für die Erde?

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In der bayerischen Provinz ist vor 15 Millionen Jahren ein Asteroid eingeschlagen. Noch heute ist der riesige Krater zu erkennen, den er hinterlassen hat – dank einer neuen Satellitenaufnahme.

Wer an einen Asteroideneinschlag auf der Erde denkt, hat vermutlich eine große Tragödie im Kopf, ähnlich der, die die Dinosaurier ereilt hat. Das muss aber gar nicht sein. Denn es gibt eine Stadt, in der das längst schon passiert ist – genauer gesagt vor ungefähr 15 Millionen Jahren. Satellitenbilder der ESA zeigen Bilder, die Aufschluss über eine spannende Vergangenheit geben.

Asteroideneinschlag in Nördlingen: Schau dir das an

Nördlingen ist eine Stadt in Bayern, eine gut erhaltene mittelalterliche Stadtmauer umschließt den Altstadtkern, in der Mitte steht eine imposante gotische Kirche. Niemand würde denken, dass dort vor über 15 Millionen Jahren etwas Großes vom Himmel gefallen und in die Erde eingeschlagen ist. Der urzeitliche Asteroideneinschlag hinterließ einen Krater von ursprünglich 24 Kilometern Durchmesser – es war also ein großer Crash.

Die ESA hat ihn mit ihrem Erdbeobachtungssatelliten Sentinal 2 jetzt so eingefangen, dass sich deutlich zeigt, wie viel davon heute noch übrig ist.

Schau dir die Baumreihe am Grund an. Siehst du, dass sie gekrümmt ist? Folgst du diesem Kreis, siehst du oben in derselben Kurve weitere Bäume: Sie zeichnen den Rand des Einschlagskraters nach. Das Bild hat einen Durchmesser von circa 37 Kilometern.

Heute ragt der Rand des heute als Ries-Krater bekannten Kessels allerdings nur noch ungefähr 100 bis 150 Meter über den Boden. Höchstwahrscheinlich sei der Boden erodiert und durch Überschwemmungen, Vereisungen und anderen geografischen Herausforderungen angehoben worden, berichtet Spyfy.

Ries-Krater: Eine Region voller Diamanten

Lange Zeit war angenommen worden, es handle sich bei Ries um einen vulkanischen Krater. In den 1960er Jahren jedoch wurden Steine gefunden, die deutlich den wirklichen Ursprung des Einschlags zeigten. Es handelte sich um sogenannte Breccie, eine Gesteinsart, die aus eckigen Gesteinstrümmern besteht, die durch eine feinkörnige Grundmasse zusammengehalten werden. Vor 15 Millionen Jahren dann hat wohl die schiere Wucht des Asteroideneinschlags eine Schockwelle erzeugt, die die Steine verändert.

Auch Kohlenstoffe in Form von Graphit hatten in der Absturzregion darunter zu leiden. Sie wurden zusammengequetscht – und wurden zu Diamanten. Laut Spyfy wurden tatsächlich Zehntausende Tonnen von Diamanten durch den Einschlag kreiert, viele davon sehr, sehr klein. Es ist wörtlich zu nehmen, wenn es heißt, dass viele Gebäude in Nördlingen besonders wertvoll sind.

Der Asteroid war nicht allein

Die 20.000-Einwohner-Stadt liegt am südwestlichen Rand des Ries-Kraters. Nicht weit davon ist Steinheim am Albuch gelegen, ebenfalls das Zuhause eines Kraters von einem Asteroideneinschlag. Jener hat zwar "nur" vier Kilometer Durchmesser, wird von Experten aber auf dieselbe Zeit datiert wie sein großer Nachbar bei Nördlingen. Das könnte sogar bedeuten, dass vor 15 Millionen Jahren nicht nur ein Asteroid in die Region einschlug, sondern ein Asteroid mit einem Mond.

Wenn wir heute davon sprechen, dass ein Meteorit mit der Kraft von zehn Atombomben in die Erde eingeschlagen ist, ist das noch gar nichts. Die beiden, die Bayern heimsuchten, müssen mit einer Geschwindigkeit von 70.000 Stundenkilometern unterwegs gewesen sein und damit eine Energie freigesetzt haben, die der von Millionen Atombomben gleichkäme.

Willst du noch mehr über Ries und seinen Nachbarn erfahren, schau dich unter anderem bei der University of Brunswick's und ihrem Planetary and Space Science Center um. Kürzlich ist übrigens ein Doppel-Asteroid fast auf der Erde eingeschlagen. Und nur für den Fall: So erkennst du, ob dir ein Asteroid, Komet oder Meteoroid auf den Kopf fällt.

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