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Klimawandel: Es droht ein Wassermangel historischen Ausmaßes

Die Gletscher im Himalaya sind Zeugen für die Folgen des Klimawandels.
Die Gletscher im Himalaya sind Zeugen für die Folgen des Klimawandels.
Foto: iStock/miljko
Hunderte Millionen Menschen könnten die Folgen des Klimawandels bereits in den nächsten Jahrzehnten am eigenen Leib erfahren. Schließlich könnte es irgendwann kein Wasser mehr geben, so eine neue Studie.

Schon jetzt erleben wir die ersten Ausmaße einer sich verändernden Umwelt. Zahlreiche Forscher und Experten warnen vermehrt vor den verheerenden Risiken, die eine fortlaufende Erderwärmung noch für uns mit sich bringen wird. Die rasante Schmelze der Gletscher etwa scheint noch keinen so richtig zu betreffen, doch bereits in ein paar Jahrzehnten könnten wir zu spüren bekommen, was das wirklich heißt: Wassermangel. Eine neue Studie zeigt diese Folgen des Klimawandels auf.

Klimawandel: Folgen könnte Hunderte Millionen Menschen das Leben kosten

Wie der Gletscherforscher (Glaziologe) Hamish D. Pritchard in einer neuen Studie erörtert, geben die Gletscher des Himalaya, des höchsten Gebirges der Welt, derzeit 1,6-mal so viel Wasser ab, wie sie durch Niederschläge aufnehmen können. Folgen des Klimawandels, die dazu führen, dass das Schmelzwasser langsam, aber sicher zurückgeht – und Hunderte Millionen Menschen bald ohne Wasser auskommen werden müssen.

Demnach wären es zuerst die Menschen in Süd- und Zentralasien, die die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren bekämen. Die Trinkwasserversorgung in den betroffenen Ländern könnte bereits in wenigen Jahrzehnten knapp werden, so Pritchard. Denn die dort ansässigen Menschen seien vom Wasser der Himalaya-Gletscher abhängig, 221 Millionen von ihnen vollständig, 800 Millionen zumindest teilweise.

Überlebenswichtig, vor allem in Dürreperioden, sei das Schmelzwasser für Menschen in:

  • Pakistan, Afghanistan, Turkmenistan, Usbekistan und Kirgisistan

Der Gletscherforscher analysierte für seine Studie Niederschlags- und Temperaturaufzeichnungen von 1951 bis 2007 sowie Daten zur Veränderung der Gletschervolumen von 2000 bis 2016. Auf dieser Grundlage zeigte sich, dass das Volumen des talabwärts fließenden Schmelzwassers jedes Jahr von 2000 bis 2016 1,6-mal höher war, als es in einem ausbalancierten System der Fall gewesen wäre. Die Gletscher schmelzen also 1,6-mal schneller als ihnen Wasser zugeführt wird.

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Seine Studie veröffentlichte Glaziologe Pritchard in dem Wissenschaftsmagazin Nature. Er ist nicht der erste, der die fatalen Folgen des Klimawandels aufzeigt. Eine andere Studie hatte zuletzt den Weltuntergang durch den Klimawandel für 2050 prognostiziert. Außerdem bleiben uns einer anderen Analyse nach wegen des Klimawandels eventuell nur noch 140 Jahre. In einem Interview schätzte der Wissenschaftler Philipp Rastner, dass wegen des Gletscherschwundes bereits 14 Mal der Bodensee verloren wäre.

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