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Russland modifiziert weiter: Die nächsten CRISPR-Babys kommen

Die nächsten CRISPR-Babys sind in Planung: Ein anerkannter Forscher aus Russland hat bereits ein Übereinkommen mit einem Moskauer HIV-Zentrum
Die nächsten CRISPR-Babys sind in Planung: Ein anerkannter Forscher aus Russland hat bereits ein Übereinkommen mit einem Moskauer HIV-Zentrum
Foto: iStock/Christoph Burgstedt
Trotz hoher Risiken und einer weltweit unsicheren Rechtslage plant ein russischer Forscher die nächsten genmanipulierten Babys.

Der russischer Forscher Denis Rebrikov plant anscheinend, noch in diesem Jahr mehreren HIV-infizierten Frauen Embryonen in die Gebärmutter einzusetzen, deren Erbgut er mit der Gen-Schere CRISPR bearbeitet hat.

Die CRISPR-Babys aus Russland

Ziel des Wissenschaftlers aus Moskau ist es, die Babys mit der CRISPR/Cas9-Methode (Crispr) HIV-resistent zu machen. Er wird das Gen „CCR5“ entfernen, das vor allem von HI-Viren befallen wird. Damit sollen die künftigen Kinder vor einer Aidserkrankung bewahrt werden.

Ähnlich handelte der heftig kritisierte He Jiankui, der mittels CRISPR erstmals die Gene von Embryonen modifzierte und im November 2018 die Geburt der ersten genetisch optimierten Babys bekannt gab.

HIV-infizierte Frauen

Die Fachzeitschrift Nature berichtet, dass der russische Biologe im Gegensatz zum chinesischen Forscher laut eigenen Angaben vor allem Frauen dabei helfen möchte, HIV-resistente Kinder zu gebähren. Bei Männern sei die Übertragung der Viren durch passende Schutzmaßnahmen ohnehin geringer. Er spricht demnach von "größeren Vorteilen" und "weniger Risiken".

Es gebe bereits ein Übereinkommen mit einem Moskauer HIV-Zentrum, HIV-infizierte Frauen zu fragen, ob sie eine solche Behandlung wünschen. Der Forscher lehrt an der Russischen Nationalen Forschungsmedizinischen Universität „Pirogov“ in Moskau und leitet Russlands größter Befruchtungsklinik, dem Nationalen Medizinischen Forschungszentrum für Geburtshilfe und Gynäkologie, ein Labor für Genomeditierung.

In Deutschland unmöglich

Während in Russland die Rechtslage unklar ist, wäre ein solchen Experiment in Deutschland laut Embryonenschutzgesetz eindeutig untersagt. Weltweit gibt es kein einheitlichen rechtliches Verbot. Die internationale Forschungsgemeinschaft spricht davon, dass „derzeit unverantwortlich wäre, mit jeglicher Form von vererbbaren genetischen Eingriffen in die Keimbahn fortzufahren“ und forderte einen befristeten gesetzlichen Verzicht von Genmanipulation.

Die weltweit ersten genetisch optimierten Babys aus China sind da

Das scheint den russischen Forscher nicht zu interessieren. Denn er treibt seine Pläne der CRISPR-Modifikation weiter voran – und das obwohl die Folgen einer solchen Behandlung noch nicht ausreichend erforscht sind. Die genetisch optimierten Babys aus China sollen eine geringere Lebenserwartung haben.

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