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Gigantisches Dinosaurier-Skelett freigelegt: Der Elasmosaurier wog zu Lebzeiten 15 Tonnen

Foto: imago images/imagebroker
Forscher ist es gelungen, ein Dinosaurier-Skelett eines Elasmosauriers freizulegen. Der Gigant unter den Riesen gibt neue Erkenntnisse über die Zeit vor dem Massensterben.

Wissenschaftlern ist auf einer abgelegenen Insel in der Nähe einer antarktischen Halbinsel ein unglaubliche Entdeckung unterlaufen: Sie haben den schwersten Elasmosaurier der Welt freigelegt. Das Dinosaurier-Skelett gibt nun einzigartige Einblicke in das Ökosystem der Kreidezeit.

Dinosaurier-Skelett entdeckt: Elasmosaurier schwamm durch die Meere

Zu Lebzeiten schwamm der Elasmosaurier in der späten Kreide durch die Meere. Sein Gewicht von 15 Tonnen fiel dabei nicht auf. Das Dinosaurier-Skelett gehört zu den vollständigsten Reptilfossilien, die in der Antarktis je entdeckt wurden.

Diese Fossilien zeigen, dass die Dinosaurier von Asteroiden ausgelöscht wurden

Das Forscherteam vermutet, dass das entdeckte Dinosaurier-Skelett der Gattung "Aritonectes" angehörte. Sie sehen anders aus, als die Tiere, die in der USA entdeckt wurden. Sie unterscheiden sich in den kürzeren Hälsen und größeren Schädeln.

"Das war jahrelang ein Mysterium", erklärt ein argentinischer Pantäontologe gegenüber National Geographics. "Wir wussten nicht, ob das Elasmosaurier sind oder nicht. Sie waren irgendeine Art Plesiosaurier, die niemand kannte."

Was ist eigentlich ein Elasmosaurier?

  • Elasmosaurier gehörten zur Familie der Plesiosaurier.
  • Sie zählten zu den gewaltigsten Meerestieren der Kreidezeit.
  • Ihr Aussehen erinnerten ein wenig an riesige Seekühe mit einem Giraffenhals und einen schlangenförmigen Kopf.
  • Ihr Körper hatte vier Flossen, die ihnen die Fortbewegung im Wasser erleichterte.

Um mehr Aussagen über die Elasmosaurier machen zu können, brauchten die Forscher ein besser erhaltenes Fossil. Bei einer Expedition 1989 entdeckte William Zinsmeister von der Purdue University ein solches Exemplar auf Seymour Island. Zu diesem Zeitpunkt der Entdeckung standen dem Wissenschaftler aber nicht die nötigen Mittel für eine Ausgrabung zur Verfügung. Daher informierte er Forscher aus Argentinien.

Ausgrabung eines Dinosaurier-Skeletts: So lief es ab

Wetter und Logistik machten die Ausgrabungen für das Argentina Antarctic Institute schwierig. Sie begannen es langsam in der jährlichen Sommerexpedition auszugraben. José O’Gorman nahm 2012 das erste Mal an dieser Expedition teil. Für die Ausgrabung standen immer nur einige Wochen im Januar bis maximal Anfang Februar zur Verfügung. Manche Jahre eigneten sich überhaupt nicht dafür.

  • Die Forscher warteten bis die Sonne den Boden etwas angetaut hatte.
  • Dann konnte mit der Grabung begonnen werden.
  • Jedes freigelegte Skelett-Stück wurde mit einem Hubschrauber zur argentinischen Marambio-Basis, welche einige Kilometer entfernt liegt, geflogen.

"Das Wetter ist eines der Probleme. Das Wetter kontrolliert alles. An einem Tag kann man vielleicht arbeiten und am nächsten dann schon nicht mehr, weil ein Schneesturm tobt", berichtet O’Gorman von der Freilegung des Elasmosauriers.

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Ein gigantischer Riese der Kreidezeit

2017 hatte dieses mühselige Prozedere aber endlich ein Ende. Ein beträchtlicher Teil des Fossils konnte freigelegt werden: "Wir haben zwar keinen Schädel, aber wir haben eine Menge Bestandteile des Exemplars", sagt O’Gorman.

  • Das Tier wog zu Lebzeiten vermutlich zwischen 11,8 und 14,8 Tonnen.
  • Vom Kopf bis Schwanz waren es zwölf Meter Länge.
  • Zuvorentdeckte Elasmosaurier der Gattung "Aristonectes" wogen um die 11 Tonnen.
  • Andere Tiere wogen aber meistens nur fünf Tonnen.

Über die Gattung ist sich das Forscherteam noch nicht 100 Prozent einig. Es könnte sich vielleicht auch herausstellen, dass der Dinosaurier einer komplett neuen Gattung zugehörig war.

Er lebte noch vor dem Massenaussterben

Forscherin Anne Schulp von der Universität Utrecht war zwar nicht Teil des Teams, hat aber schon an anderen Plesiosauriern der Niederlande gearbeitet. Sie stellt fest, dass sich dieses Reptil von denen der Südhalbkugel unterscheidet. Es stammt zudem aus der Endphase der Kreidezeit. Die Forscher schätzen, dass der Elasmosaurier nur 30.000 Jahre vor dem Massenaussterben der nicht-flugfähigen Dinosaurier gelebt haben muss.

Um ein solch gigantisches Tier zu ernähren, muss es im Meer der Kreide noch eine Vielfalt an Lebewesen gegeben haben. Dadurch wird die Theorie der Wissenschaftler gestützt, dass es vor über 66 Millionen Jahren dem Meeresökosystem noch gut ging.

Unvergessliche Ausgrabungen des Dinosaurier-Skeletts

Die Elasmosaurier hatten recht kleine Zähne, daher vermutet das Team um O'Gorman, dass sich der Dinosaurier von kleinen Fischen und Krebstieren ernährt hat. Doch ohne versteinerten Mageninhalt lässt sich darauf keine sichere Antwort geben.

Das Dinosaurier-Skelett befindet sich mittlerweile im Museum von La Plata in Buenos Aires. Die Arbeit an den Knochen hat erst begonnen und so ist sich der Wissenschaftler sicher, dass das Exemplar noch genauer erforscht wird. "Die Südhalbkugel verdient – zumindest, was Plesiosaurier betrifft – definitiv ein bisschen mehr Aufmerksamkeit", betont O'Gorman.

Elasmosaurier nur ein Teil der Dinosaurier-Geschichte

Die Ausgrabungen des Skeletts werden ihm noch eine Weile in Erinnerung bleiben. "Es war ganz schön kalt und auch ganz schön cool. Es war ein richtiges Abenteuer."

Während immer wieder nach Dinosaurier-Skeletts wie dem des Elasmosauriers gesucht wird, beschäftigen sich Forscher auch mit dem Grund für das Aussterben der Giganten. Es wird vermutet, dass ein Asteroideneinschlag oder ein Vulkanausbruch dafür verantwortlich sein könnte. Einige Fossilien belegen sogar, dass ein Asteroid die Dinosaurier ausgelöscht hat. Anhand von Fossilien konnten Wissenschaftler feststellen, dass Leben auf der Erde noch früher existierte als man dachte.

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