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Forscher decken auf: Gekifft wurde schon vor 2.500 Jahren

Foto: iStock/Cabezonication
Eine Droge mit langer Tradition: Cannabis wurde schon vor 2.500 Jahren in China konsumiert. Forscher konnten hierfür einen Beweis finden.

Cannabis wurde schon 3.500 vor Christus in Ostasien angebaut. Doch bisher wurde nur angenommen, dass die Pflanze zur Herstellung von Seilen und Stoffen diente. Jetzt konnten Forscher aber aufdecken: Kiffen war schon vor 2.500 Jahre ein Ding.

Kiffen vor 2.500 Jahren: Teil eines Begräbnisrituals

Eine aktuelle Studie konnte nachweisen, dass Cannabis schon im alten China genutzt wurde. Im Rahmen von Begräbnisritualen wurde die Pflanze verbrannt. Dabei war auch schon vor 2.500 Jahren bewusst, dass Cannabis einen Rausch auslöst.

Dafür ist Tetrahydrocannabinol (THC) verantwortlich, das sich in den getrockneten Blättern, Blüten und Blütenständen findet. Frühe Hanf-Sorten haben einen geringen THC-Anteil. Bei neu gezüchteten steigt dieser Anteil seit Jahren.

Forscher geben Antwort auf die Frage: Macht Kiffen eigentlich dumm?

Zehn Räuchergefäße wurden untersucht

Die Untersuchung von mehr als zehn hölzernen Räuchergefäßen konnte nachweisen, dass schon im alten China gekifft wurde. Die Schalen wurden im ostchinesischen Pamir-Gebirge gefunden und stammen von der Begräbnisstätte Jirzankal, welche früher auf einer der Hauptrouten der Seidenstraße lag. Bei einer genaueren Untersuchung konnte Cannabis nachgewiesen werden – und zwar mit einem hohen THC-Gehalt.

Die Studie der Max-Planck-Instituts konnte nachweisen, dass vor 2.500 Jahren gekifft wurde, allerdings nicht, woher die Pflanzen stammen und wie der Konsum ablief.

Kiffen sollte die Toten näherbringen

"Unsere Studie impliziert, dass das Wissen über das Rauchen von Cannabis und spezifische Cannabissorten mit hohem Wirkstoffgehalt zu den kulturellen Traditionen gehören, die sich entlang dieser Routen ausbreiteten", sagt Robert Spengler, leitender Archäobotaniker der Studie.

Sie vermuten, dass das Kiffen während der Begräbniszeremonie stattfand. Das Cannabis wurde wahrscheinlich geraucht, um mit den Toten oder göttlichen Mächten in Kontakt zu treten.

Forscher gingen außerdem der Frage auf den Grund: Macht Kiffen eigentlich dumm? Eine weitere Studie erkannte sogar, dass Cannabis das Gedächtnis verbessert.

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