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Weniger Exoplaneten als erwartet können außerirdisches Leben beherbergen

Nicht so viele Exoplaneten wie ursprünglich angenommen, können außerirdisches Leben beherbergen.
Nicht so viele Exoplaneten wie ursprünglich angenommen, können außerirdisches Leben beherbergen.
Foto: iStock/mppriv
Die Entdeckung von Exoplaneten gaben Astronomen Hoffnung auf komplexes Leben im All. Doch nun müssen sich Forscher eingestehen, dass die Wahrscheinlichkeit gering ist.

Diese neu entdeckten Welten im All waren der Hoffnungsschimmer für Wissenschaftler, dass es noch weiteres Leben im Weltall geben könnte. Dadurch, dass Exoplaneten in der "habitalen Zone" eines Sternes kreisen, bleibt Wasser auf ihnen dauerhaft flüssig. Da Wasser die Grundvoraussetzung für die Entwicklung von Leben, wie wir es von unserem Planeten kennen, bildet, hoffte man auf außerirdisches Leben. Doch das könnte nun seltener vorkommen, als Forscher bisher annahmen.

Außerirdisches Leben: Wasser ist die Grundvoraussetzung

Flüssiges Wasser auf einem Planeten ist der erste Schritt, um Leben zu beherbergen. Für primitive Einzeller ist es auf jeden Fall ausreichend. Doch mehrzellige Kreaturen brauchen noch mehr Voraussetzungen, um zu existieren. Ein Forscherteam definierte weitere Parameter. Schon schrumpften die Möglichkeiten an Exoplaneten, auf denen außerirdisches Leben existieren könnte.

Zunächst einmal fallen Exoplaneten weg, die ein Atmosphäre mit einem hohen Gasanteil wie Kohlendioxid oder Kohlenmonoxid haben. "In unserer Studie wurden das erste Mal die physiologischen Limits für das irdische Leben herangezogen, um die mögliche Verbreitung von komplexen Lebensformen im restlichen Universum vorherzusagen", so Timothy Lyons von der University of California gegenüber Astrophysical Journal.

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Welche Exoplaneten bieten Voraussetzung für Leben?

Um auf das Ergebnis dieser Studie zu kommen, entwickelten die Forscher ein Modell von den atmosphärischen und photochemischen Bedingungen einer Reihe von Exoplaneten. Der Ausgangspunkt waren atmosphärische Anteile von Kohlendioxid. In großen Massen wirkt es tödlich, in geringen Dosen kann es helfen, die Temperatur eines Planeten über dem Gefrierpunkt zu halten, wenn er am Rand der habitalen Zone liegt.

"Um in dieser Region eines Systems Wasser flüssig zu halten, bräuchte es Zehntausende Mal mehr Kohlendioxid als heute auf der Erde zu finden ist", sagt NASA-Forscher Edward Schwieterman. "Das ist weit jenseits der bekannten Grenze, ab der es für Mensch und Tier auf der Erde giftig wird."

Studie grenzt außerirdisches Leben ein

Wird der Kohlendioxid-Faktor in die Berechnung einbezogen, dann reduziert sich die traditionelle habitale Zone eines Systems. Damit schrumpft die Anzahl der Exoplaneten, die außerirdisches Leben beherbergen könnten, auf ein Drittel. Unter diesen Annahmen besitzen einige der zuvor als lebensfreundliche Planeten beurteilten Sternsysteme wohl gar keine entsprechenden habitablen Zonen.

Darunter zählen Proxima Centauri oder Trappist-1. Sie sind zwei unmittelbar benachbarte Sterne. Durch ihre Studie wollte das Forscherteam Astronomen helfen, Exoplaneten besser einzugrenzen, auf denen außerirdisches Leben existieren könnte. "Unsere Entdeckung könnte eine Grundlage dafür liefern, auf welche Exoplaneten wir unsere künftigen Beobachtungen konzentrieren sollten", sagt Christopher Reinhard, Co-Autor der Studie.

Erst im Mai entdeckten Forscher 18 neue Exoplaneten. Einer davon könnte lebensfähige Bedingungen haben. Außerdem wurde ein Exoplanet in der Atmosphäre entdeckt und dürfte dort eigentlich nicht existieren.

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