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Forscher suchen nach Spiegel-Universum: Es könnte direkt an uns angrenzen

Ist unser Universum eigentlich alleine da draußen? Diese Forscher glaube an einen gespiegelten Gegenpart.
Ist unser Universum eigentlich alleine da draußen? Diese Forscher glaube an einen gespiegelten Gegenpart.
Foto: iStock/pixelparticle
Eine neue These lautet, dass neben unserem Universum auf der anderen Seite des Urknalls eine Antimaterie existiert – ein Spiegel-Universum, das mit unserem Universum verbunden ist.

Kanadische Forscher halten der Urknall-Theorie den Spiegel vor: Ist unser Universum alleine? Sie stellen die faszinierende Hypothese auf, dass das unsere nur das Spiegelbild eines Universums aus Antimaterie ist. Dieses soll auf der anderen Seite des Urknalls endstanden und mit unserem Kosmos verbunden sein.

Forscher glauben an ein Spiegel-Universum

Mit dem Big Bang fing alles an. Vor etwa 13,7 Milliarden Jahren sollen mit dem Urknall unser Universum, Zeit, Raum, Materie und Antimaterie entstanden sein. Die gängige Theorie weist jedoch einige Paradoxe auf: Denn es gibt viel mehr Materie als Antimaterie, was nicht vereinbar mit physikalischen Gesetzen ist. Diese Ungereimtheit führte Physiker zu einer verblüffenden Erkenntnis.

Das Ungleichgewicht ergibt sich daraus, dass das Universum laut Gesetz eine sogenannten CPT-Symmetrie besitzen muss. Diese besagt, dass alle physikalischen Prozesse auch dann die gleichen bleiben, wenn sich Zeitrichtung und Raum umdrehen und Materie durch Antimaterie ersetzt wird. Für unser "sichtbares" Universum sei das allein nicht der Fall. In ihm läuft die Zeit vorwärts, das Weltall bläht sich auf und es ist mehr Materie als Antimaterie vorhanden.

Neues Modell soll Ungleichgewicht erklären

Die Forscher um Neil Turok für Theoretische Physik in Waterloo wollen mit ihrem Modell nicht nur das Ungleichgewicht erklären, sondern auch die Existenz von Dunkler Materie endgültig beweisen können. Nach ihrer Theorie seien aus dem Urknall gleichzeitig ein Universum und ein Antiuniversum entstanden.

In Letzterem, dem sogenannten Spiegel-Universum, soll die Zeit in die entgegengesetzte Richtung laufen und Antimaterie überwiegen. Die Raumeigenschaften dieses Antiuniversums wären genau umgekehrt zu den Merkmalen in unserem Universum und Partikel würden durch Antipartikel ersetzt. Der Physiker Turok vergleicht die Beziehung von Universum und Spiegel-Universum mit Elektronen-Positronen-Paaren in einem Vakuum.

Mögliche Erklärung für Dunkle Materie

Zudem schlagen die Forscher eine alternative Theorie vor, nach der sich unser Universum nicht explosiv oder exponentiell entfaltet hat, sondern Zeit und Raum sich kontinuierlich im Universum und Antiuniversum ausgedehnt hätten. Allerdings kann diese noch nicht die Uniformität des Kosmos erklären, was ihr Gegenpart, die Inflationstheorie, schon vermag.

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Dafür liefert ihr Modell eine Erklärung für Dunkle Materie. Ein symmetrisches Universum mit verbundenem Antiuniversum würde eine große Zahle von enorm schweren sterilen Neutrinos erschaffen. Neutrinos sind Teilchen, die als naheliegende Kandidaten für heiße Dunkle Materie gelten.

Die Autoren der Studie bestätigen zwar, dass sie noch viel Arbeit vor sich haben, um ihre Theorie zu beweisen. Wie MDR Wissen berichtete, geben sie sich aber bereits optimistisch, dass ihnen der Beleg gelingen wird und ihr vorgestelltes Modell eine Erklärung für Dunkle Materie liefern könnte.

Unser Universum soll übrigens jünger sein, als wir dachten. Was passiert eigentlich mit unserem Universum bei einem zweiten Big Bang? Ein zweiter Urknall würde das Universum auslöschen, und wir wissen, wann. Dieses bizarre Weltraumobjekt fanden Forscher kürzlich im Universum.

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