Science 

Wunschmaße verfehlt: Diese Zwerggalaxie hat ein zu großes Schwarzes Loch

Schwarze Löcher: Die wichtigsten Fakten zu den mysteriösen Riesen
Mo, 05.08.2019, 17.31 Uhr

Schwarze Löcher: Die wichtigsten Fakten zu den mysteriösen Riesen

Beschreibung anzeigen
Die Galaxie Henize 2-10 hat seltsame Proportionen. Denn für ihr verhältnismäßig großes Schwarzes Loch ist sie eigentlich zu klein.

Der aktive Galaxienkern – englisch: active galactic nucleus (AGN) – von Henize 2-10 ist im Verhältnis zur Galaxie selbst viel zu groß. Das mag zwar nicht schön aussehen, jedoch könnte uns diese etwas verquere Proportionalität Aufschluss über die Entwicklung von Galaxien im Allgemeinen geben. Entdeckt wurde Henize 2-10 mit ihrem unverhältnismäßigen Schwarzen Loch in einer Entfernung von etwa 30 Millionen Lichtjahren zur Erde.

Klein und flink: Die Starburst-Galaxie Henize 2-10

Mit rund 3.000 Lichtjahren im Durchmesser ist die Galaxie Henize 2-10, alias ESO 495-21, überdurchschnittlich aktiv. Tatsächlich zählt Henize 2-10 mit ihrer rasanten Geburtenrate zu den sogenannten Starburst-Galaxien. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie in kürzesten Abständen neue Sterne hervorbringen – in diesem Fall geschieht das rund 1.000 mal schneller als in unserer Galaxie, der Milchstraße.

Diverse Sternenhaufen zieren das Antlitz der noch jungen Galaxie und die darin enthaltenen massereichen Sterne bieten eine gute Möglichkeit, die frühen Phasen der stellaren Entwicklung zu studieren. Viele von ihnen sind nämlich erst wenige Millionen Jahre alt. Wesentlich interessanter für Astronomen ist jedoch das supermassive Schwarze Loch im Zentrum von Henize 2-10.

Schwarzes Loch im Zentrum einer Zwerggalaxie

Was die Astronomie betrifft, sind Wissenschaftler sich in einem wesentlichen Punkt überwiegend einig: Alle großen Galaxien werden von einem supermassiven Schwarzen Loch in ihrem AGN getrieben. Bei Zwerggalaxien jedoch standen Beobachtungen auf diesem Gebiet lange Zeit aus. Mit Henize 2-10 und seinem unproportionalen Schwarzen Loch könnten sie sich nun einer Antwort auf diese Frage annähern.

Während die Zwerggalaxie größenmäßig gerade mal zu etwa drei Prozent mit der Milchstraße mithalten kann, entspricht ihr Schwarzes Loch in etwa einem Viertel, also rund 25 Prozent, von Sagittarius A*, dem unseren. Wie das verantwortliche Hubble-Team berichtet, könnte man mithilfe von ESO 495-21 die alte Frage nach Huhn und Ei beantworten.

Unklar ist bislang nämlich zudem, ob Galaxien einem Schwarzen Loch entspringen, oder sich zuerst massereiche Sterne zusammenfinden und sich anschließend zum AGN verbinden. Weitere Theorien rund um die geheimnisvollen Massegiganten wurden erst jüngst aufgewirbelt. So gehen einige Wissenschaftler beispielsweise davon aus, dass in Schwarzen Löchern der Ursprung des Lebens steckt – andere wiederum sehen Schwarze Löcher als Brücken zwischen den Dimensionen an.

Zu den Kommentaren
Neueste Videos auf futurezone.de

Neueste Videos auf futurezone.de

Beschreibung anzeigen