Science 

Russischer Forscher überzeugt bereits 5 Paare für neue CRISPR-Babys

Der Russische Forscher Denis Rebrikov sucht schon nach zukünftigen Eltern, die bereit sind, die neuen CRISPR-Babys zu schaffen.
Der Russische Forscher Denis Rebrikov sucht schon nach zukünftigen Eltern, die bereit sind, die neuen CRISPR-Babys zu schaffen.
Foto: imago/Science Photo Library
In China kam das erste Zwillings-Pärchen an CRISPR-Babys im letzten Jahr zur Welt. Das löste große Kritik aus. Doch Russland plant schon die nächsten Experimente.

Nachdem in China im letzten Jahr die ersten Gen-Babys schon zur Welt kamen, arbeitet auch ein russischer Forscher daran, weitere Fortschritte im Bereich der Gentechnik zu machen. Auch sein Plan ist es die Embryos mit der Genschere CRISPR zu verändern, um sie gegen Aids zu schützen. Falls sich dafür keine Freiwiligen finden, hat er auch schon einen Plan B, was die Schaffung von neuen CRISPR-Babys angeht.

CRISPR-Babys: HIV-Immunität steht im Vordergrund

Im Vergleich zum chinesischen Forscher He Jiankui geht der russische Molekularbiologe Denis Rebrikov sehr offen mit seinem Vorhaben neue CRISPR-Babys zu schaffen um. Er arbeite mit der Genehmigung der Regierung. Rebrikov will ebenfalls HIV-erkrankten Frauen ermöglichen ein immunes Kind zur Welt zu bringen. Doch laut Heise sei die Anzahl der betroffenen Frauen in Russland sehr gering. Daher hat sich Rebrikov auch schon eine andere Strategie überlegt.

Die weltweit ersten genetisch optimierten Babys aus China sind da
Die weltweit ersten genetisch optimierten Babys aus China sind da

Plan B: Der Kampf gegen Erbrankheiten mit CRISPR

Im Zweifelsfall will er sich Paare suchen, bei denen beide Partner eine homozygote Erbkrankheit haben und beispielsweise blind oder taub zur Welt gekommen sind. Bei ihnen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch ihr Baby mit der Erbkrankheit geboren wird. Daher will er CRISPR-Babys schaffen, die ohne diese Defizite auf die Welt kommen.

Rebrikov soll schon fünf taube Paare gefunden haben, die dazu bereit sind, mit CRISPR in die Gene ihrer ungeborenen Kinder einzugreifen. Die Paare besitzen alle das Gen GJB2, das dazu führt, dass auch die Kinder mit hoher Wahrscheinlichkeit an Taubheit erkranken werden. Die russischen Behörden haben aber noch nicht ihre Zustimmung für die Forschung erteilt.

Genschere CRISPR immer noch höchst umstritten

Eingriffe mit der Genschere CRISPR sind sehr bedenklich, da bisher noch unbekannt ist, welche Folgen das mit sich bringt. Es wird vermutet, dass auch andere Gene mutieren können. Zudem glauben Wissenschaftler, dass das veränderte Genom auch weitervererbt wird. Eine kürzliche Studie gab außerdem an, dass es die Lebenserwartung der CRISPR-Babys verringern könnte. Andere Studien vermuten, dass die CRISPR-Babys uns intellektuell überlegen sein könnten.

Schon der Eingriff des chinesischen Wissenschaftlers He Jiankui sorgte für große Kritik. Die chinesische Regierung möchte seither eine klare Regelung für die Forschung im Bereich Gentechnik festlegen. Schon eine ganze Weile ist es ruhig, um He Jiankui.

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