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Entdeckung des ersten gigantischen Gasballs beschert Physik-Nobelpreis

Die Schweizer Michel Mayor und Didier Queloz entdeckten den ersten Exoplaneten 1995. (Symbolbild)
Die Schweizer Michel Mayor und Didier Queloz entdeckten den ersten Exoplaneten 1995. (Symbolbild)
Foto: imago images/Panthermedia
1995 wurde der erste Exoplanet entdeckt. Das war ein Durchbruch für die Erforschung unseres Universums. Die Entdecker erhielten nun den Physik-Nobelpreis.

Für uns ist es kaum noch vorstellbar, dass Anfang der 1990er Jahre noch wenig über unser Universum bekannt war. Es gab kaum Beweise dafür, dass es Planeten außerhalb unseres Sonnensystems gab. Die Schweizer Michel Mayor und Didier Queloz entdeckten den ersten Exoplaneten 1995. Für diesen spektakulären Fund erhielten sie nun den Physik-Nobelpreis.

Durchbruch für die Astronomie: Erster Exoplanet im Universum entdeckt

Als die beiden Schweizer 1995 den ersten Exoplaneten im Universum entdeckten, wussten sie noch nicht, was das für die Wissenschaft bedeuten würde. Mittlerweile beläuft sich die Zahl der entdeckten Exoplaneten außerhalb des Sonnensystems in der Milchstraße auf über 4.000 Stück. Immer wieder stoßen Forscher auf neue Welten, die unserer Erde teilweise sehr ähnlich sind.

Mayor und Queloz teilen sich die eine Hälfte des Physik-Nobelpreises. Die andere geht an James Peebles von der US-Universität Princeton. Er überzeugte mit seinem theoretischen Modell zur Entwicklung des Universums vom Urknall bis heute.

Faszination Universum und die Geheimnisse, die es für uns bereit hält
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So wurde der erste Exoplanet entdeckt

Ein spektakulärer Durchbruch war zwar die Entdeckung des ersten Exoplaneten, allerdings lief diese weniger spannend ab. Von einem Observatorium in Südfrankreich hatten Mayor und Queloz den Planeten außerhalb des Sonnensystems entdeckt. Sie tauften ihn damals "51 Pegasi b". Er war ein gigantischer Ball aus Gas, der an den Jupiter erinnert.

Mehr als ein paar Pixel machten die Forscher aber nicht auf den Planeten aufmerksam. Ein leichter Schatten machte sie darauf aufmerksam, der entstand, wenn sich der Exoplanet zwischen die Erde und seinen Heimatstern 51 Pegasi im Sternbild Pegasus schob.

NASA-Video zeigt alle Entdeckungen von Exoplaneten

Einen richtigen Schub beim Aufspüren von Exoplaneten lieferte aber erst das Weltraumteleskop Kepler, das 2009 in die Erdumlaufbahn befördert wurde. Seither wurden quasi am laufenden Band neue Himmelskörper außerhalb unseres Sonnensystems gesichtet. Und diese Entdeckungen zeigt die NASA in einem spektakulären Video:

Video: NASA zeigt Entdeckung von Tausenden Exoplaneten


Im Juni 2019 wurde dann der 4.000ste Exoplanet aufgespürt. Mithilfe von Kepler allein wurden dabei 2.600 derartiger Himmelskörper entdeckt, schrieb die NASA zur Verabschiedung des Weltraumteleskops Ende Oktober vergangenen Jahres.

Auch die ESA will Planeten jagen

Das Erbe von Kepler hat im Juni 2018 das Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) angetreten. Auch TESS hat in der Zwischenzeit bereits mehrere erdähnliche Exoplaneten entdeckt, wie beispielsweise HD 21749b, der von der Erde rund 53 Lichtjahre entfernt ist.

Noch 2019 will die Europäische Raumfahrtagentur ESA ein eigenes Weltraumteleskop ins All schießen: Das CHaracterising ExOPlanets Satellite (CHEOPS). Hat CHEOPS seine Arbeit einmal aufgenommen, soll es rund 500 Sterne beobachten, um Planeten außerhalb des Sonnensystems aufzuspüren.


NASA, ESA und die kanadische Raumfahrtbehörde werden noch ein weiteres Weltraumteleskop ins All bringen: Das James-Webb-Teleskop, dessen Start sich immer wieder verzögert hat und nun für März 2021 geplant ist.

Weiter ins All als je zuvor

Damit wollen die Forscher weiter in die Geschichte zurückblicken als je zuvor. Die ersten Sterne sollten theoretisch besonders groß und heiß gewesen sein. Das von ihnen ausgestrahlte Licht sollte mittlerweile so weit durch den Raum gereist sein, dass es nur noch im Infrarot-Spektrum sichtbar sein sollte – und genau auf den Infrarotbereich wird das James Webb-Weltraumteleskop spezialisiert sein.

Jüngst hatte das sich nicht mehr im Einsatz befindende Weltraumteleskop Kepler zur Entdeckung von 18 Exoplaneten geführt. Und dieses Teleskop macht schärfere Bilder als Hubble, dafür braucht es kein eigenes NASA-Video. Dieser Exoplanet ähnelt der Erde wie kein anderer.

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