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Nur per Handy könntest du heute die komplette Mondlandung steuern

Die Mondlandung wäre heute nur eine Frage des richtigen Handys.
Die Mondlandung wäre heute nur eine Frage des richtigen Handys.
Foto: imago images/Westend61
Artikel von: Dana Neumann
Die Mondlandung 1969 war ein riesiger technologischer Sprung für die Menschheit. Heute ließe sich diese Mission ganz einfach per Handy erledigen.

Hättest du gedacht, dass du mit deinem iPhone oder Android-Handy Menschen zum Mond schicken könntest? Es kommt noch besser: Dein Smartphone hat einen Grad an Technologie erreicht, der es dir erlauben würde, hunderte Millionen Mond-Missionen gleichzeitig zu steuern. Die Mondlandung 1969 wäre damit ein Kinderspiel gewesen.

Mondlandung 1969: Das kann dein Handy heute besser

Vor 50 Jahren erlebte die Menschheit ein Ereignis, das uns bis heute prägt: Die ersten Menschen betraten den Mond. Während sich aber bis in die Gegenwart Verschwörungstheorien zur Mondlandung halten, ist zumindest sicher, dass sich die Technologie seitdem dramatisch weiterentwickelt hat.

Besitzt du beispielsweise ein iPhone, hältst du damit einen Computer in der Hand, der über die 100.000-fache Rechenleistung des Systems verfügt, mit dem Buzz Aldrin und Neil Armstrong in der Raumkapsel Apollo 11 zum Erdtrabanten geschickt wurden.

Wie leistungsfähig dein Handy wirklich wäre, stünde eine Mondlandung wie 1969 an, hat ein Forscher nun anhand eines Apple-Geräts berechnet. Professor Graham Kendall von der Universität von Nottingham hat zu diesem Zweck RAM (Arbeitsspeicher) und ROM (Nur-Lese-Datenspeicher) beider Computersysteme miteinander verglichen.

Apollo-Computer vs. iPhone

Der sogenannte Apollo Guidance Computer, der für die Mondlandung 1969 verantwortlich war, hatte folgende Kapazitäten:

  • RAM: 32.768 Bits, das entspricht in etwa 2.048 Wörtern
  • ROM: 589.824 Bits, das entspricht rund 72 Kilobyte

Laut Kendall benötigt ein einzelner Buchstabe in der Regel acht Bits, um gespeichert zu werden. Damit hätte der Apollo-Computer heute bereits Mühe, längere Artikel abzuspeichern. Im Vergleich zu einem Handy oder MP3-Player ist das eine verschwindend geringe Leistung. Diese Merkmale hat nämlich ein iPhone:

  • RAM: 34.359.738,368 Bits, das entspricht 4 Gigabyte, also über eine Million Mal mehr Speicherplatz als der Apollo-Computer
  • ROM: 512 Gigabyte, das bedeutet mehr als 7 Millionen Mal mehr Leistung als bei der Mondlandung 1969 beansprucht wurde

Dazu kommt, dass der Prozessor des Apollo 11-Rechners bei 0,043 Megahertz lief, während ein aktuelles Apple iPhone mit geschätzten 2,490 Megahertz betrieben wird. Hier zeigt sich die dramatisch unterschiedliche Rechenleistung.

120 Millionen Mond-Missionen am Stück

Insgesamt kommt Kendall damit zu dem Ergebnis, dass ein solches Handy in der heutigen Zeit ganze 120 Millionen Mond-Missionen ausführen könnte, und zwar zur gleichen Zeit.

Selbst ein altes Handy wäre damit mehr als in der Lage, nicht nur die Mondlandung von 1969 zu steuern, sondern eine Unmenge an zusätzlichen Prozessen ablaufen zu lassen. Allerdings geben Wissenschaftler auch zu, dass ein direkter Vergleich dieser Art nicht wirklich fair ist. Es käme der Gegenüberstellung eines Kampfflugzeuges mit den ersten von den Gebrüder Wright konzipierten Fluggeräten gleich.

Übrigens hatte die NASA mit ihrem Computersystem auch einige Probleme. Bei der Mondlandung 1969 ist nämlich die Apollo 11-Mission kurzzeitig verloren gegangen.

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