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Mit dieser Technologie könnten 60 Prozent der Operationen wegfallen

Eine Künstliche Intelligenz könnte bald genauere Diagnosen als Ärzte treffen.
Eine Künstliche Intelligenz könnte bald genauere Diagnosen als Ärzte treffen.
Foto: iStock/ipopba
Jede Operation ist mit einem langwierigem Heilungsprozess verbunden. Außerdem können Komplikationen entstehen. Gut, dass eine Technologie Eingriffe um 60 Prozent reduzieren könnte.

Von solchen Situationen hat jeder bestimmt schon einmal gehört. Jemand geht wegen einer Routineuntersuchung zum Arzt, plötzlich wird irgendeine Auffälligkeit entdeckt. Dem Patienten wird eine Operation nahegelegt, damit keine gesundheitsschädlichen Folgen entstehen. Als Patient kennt man sich nicht aus und vertraut auf die Meinung des Arztes. Was folgt ist eine OP, bei der Komplikationen entstehen können und ein langwieriger Heilungsprozess. Eine Künstliche Intelligenz (KI) könnte nun 60 Prozent diese Operationen ersparen.

Künstliche Intelligenz erkennt Dringlichkeit von Operationen

Solche überflüssigen Operationen kommen bei rund 800.000 Patienten in den USA vor, wenn Ärzte eine Zyste an der Bauchspeicheldrüse entdecken. Zysten an dieser Stelle sind oftmals ein Hinweis auf eine tödliche Form von Krebs. Eine Studie ergab, dass 78 Prozent dieser Operationen an der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) unnötig waren, da die Patienten kein Krebs hatten.

Eine Künstliche Intelligenz soll durch einen Algorithmus und maschinelles Lernen unnötige OPs eliminieren. Diese KI nennt sich CompCyst und ist auf eine umfassende Zystenanalyse spezialisiert, heißt es in der Fachzeitschrift Science Translation Medicine. Es soll ihr möglich sein Prognosen zu stellen, die den Ärzten zeigen, ob der Patient weiterhin beobachtet werden soll oder sorglos nach Hause entlassen werden kann.

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Vermeiden von unnötigen Operationen und Krebs-Angst

Die erste Testphase für die Künstliche Intelligenz soll in sechs bis zwölf Monaten im Johns Hopkins Kimmel Krebscenter in den USA erfolgen. Ein Großteil der Pankreaszysten ist gutartig. Nicht nur dass Patienten überflüssigerweise operiert werden, hinzu kommt auch, dass ihnen ein riesiger Schrecken eingejagt wird, da sie sich mit dem Gedanken auseinandersetzen müssen, Krebs zu haben.

Damit die Künstliche Intelligenz ein Muster erkennen kann, ob die untersuchte Person an Krebs erkrankt ist oder nicht, wurden Daten von Hunderten von Patienten weltweit gesammelt. Die Zysten wurden nach der OP untersucht und als risikofrei oder mit Krebsrisiko eingestuft.

Beeindruckendes Ergebnis der KI-Diagnosen

Der Algorithmus der KI wurde mit rund 440 Patientendaten trainiert und an circa 430 Patienten schließlich getestet. Dabei geht die Künstliche Intelligenz Millionen von Optionen durch, um die richtige Behandlungsweise zu bestimmen. Das Ergebnis von CompCyst ist beeindruckend:

  • Statt 19 Prozent konnten 60 Prozent der Patienten nach Hause geschickt werden.
  • Statt 34 Prozent sollten 49 Prozent der Patienten genauer beobachtet werden.
  • Statt 89 Prozent wurden 91 Prozent der Patienten ermittelt, die eine Operation benötigten.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass man 60 bis 74 Prozent der Operationen vermieden hätte, hätte man die KI vorher hinzugezogen.

Dass Operationen immer Komplikationen bereithalten können, zeigt eine OP am Herzen. Bei dem Patienten stand plötzlich der Brustkorb in Flammen. Elon Musk Neurotech-Unternehmen versucht die Medizin ebenfalls mit KI zu revolutionieren. Dabei sollen kleine Roboter ins menschliche Gehirn gepflanzt werden.

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