Science 

Du willst länger leben? Dann trink mehr Alkohol, deutet Studie an

Führt mehr Alkohol zu einem längeren Leben? Ein Langzeitstudie suggeriert dies zumindest.
Führt mehr Alkohol zu einem längeren Leben? Ein Langzeitstudie suggeriert dies zumindest.
Foto: imago images/Westend61
Im Rahmen einer Studie wurden über mehrere Jahre Informationen zum Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Sterblichkeit gesammelt. Das Ergebnis wirkt überraschend.

Forscher haben über einen Zeitraum von 16 Jahren mit nahezu 8.000 älteren Personen über deren Trinkverhalten gesprochen. Dabei förderten sie erstaunliche Erkenntnisse zutage, die eine positive Auswirkung von Alkoholkonsum auf die Lebensdauer suggerieren. Könnte mehr Alkohol ein langes Leben bedeuten?

Länger leben mit Alkohol: Darum geht es

Hintergrund der Untersuchung "Alcohol Consumption in Later Life and Mortality in the United States", die jüngst im Magazin "Alcoholism: Clinical & Experimental Research" veröffentlicht wurde, ist das kontroverse Verhältnis zwischen Alkoholkonsum und Sterblichkeit. Während vorangegangene Studien zumeist wenig bis gar keine Vorteile für die Gesundheit durch Alkohol andeuteten, verließen sich diese lediglich auf punktuelle Untersuchungen des Konsums ohne weitere Anpassung an Störgrößen, so die Zusammenfassung der Analyse.

Die jetzige Studie bezieht ihre Daten dagegen aus einer halbjährlichen Befragung von rund 8.000 Teilnehmer über einen Zeitraum von 1998 bis 2014. Die partizipierenden Personen, alle geboren zwischen 1931 und 1941, stellten dabei Informationen zu ihrem Trinkverhalten seit 1992 zur Verfügung.

Bei jedem Interview wurden die Befragten in fünf Gruppen kategorisiert, je nachdem wie ihr Alkoholkonsum gestaltet war:

  • lebenslang abstinent
  • gegenwärtig abstinent
  • starke Trinker
  • moderate Trinker
  • Gelegenheitstrinker

Dazu wurden auftretende Todesfällen unter den Teilnehmern während der 16 Jahre festgehalten, so dass ein Zusammenhang zwischen Alkohol und der Sterblichkeit untersucht werden konnte.

Zahlreiche Störfaktoren, die die Gesundheit der Teilnehmer beeinflussen können, bezog man ebenfalls mit ein (Rauchen, BMI, Gesundheit, Depressionen, chronische Krankheiten etc.), ebenso wie statistische Merkmale wie Alter, Geschlecht und Bildung.

Geringere Sterblichkeit bei Trinkern

Was die Forscher am Ende herausfanden, widerspricht eher bisherigen Untersuchungen und mag überraschen: ganzheitliche, moderate und gelegentliche Trinker verzeichneten eine geringere Mortalität als Personen, die im Alter auf Alkohol verzichten.

Dennoch sind diese Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen. So hatten Personen, die gegenwärtig auf Alkohol verzichten, zwar die höchste Sterblichkeitsrate, diese berichteten jedoch auch, dass sie dafür in der Vergangenheit Alkohol zu sich genommen hatten. Insgesamt wird darauf hingewiesen, dass Verzerrungen aufgrund von verbleibenden Störfaktoren die Validität der Erkenntnisse weiterhin bedrohen und in jedem Fall weitere Langzeitstudien nötig wären.

Bei aller Freude über die vermeintlich positiven Auswirkungen, vergiss nicht, das Alkohol ein Gift bleibt, das du deinem Körper zuführst. Wie unangenehm Alkohol für dein Gehirn sein kann, hast du sicher schon öfter gemerkt. Solltest du außerdem auf Alkohol verzichten, passieren spannende Dinge mit dir.

Zu den Kommentaren
Neueste Videos auf futurezone.de

Neueste Videos auf futurezone.de

Beschreibung anzeigen