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Forscher spüren Sprengstoff im Grundwasser auf – mithilfe von Spinat

Forscher erschufen einen Spinat, der Sprengstoff im Grundwasser aufspüren kann. Wir erklären dir, wie das funktioniert.
Forscher erschufen einen Spinat, der Sprengstoff im Grundwasser aufspüren kann. Wir erklären dir, wie das funktioniert.
Foto: Pixabay
Was zunächst skurril klingt, existiert tatsächlich: Eine Pflanze, die Sprengstoff aufspüren kann. Darum ist das wichtig.

Seit Jahrzehnten versucht der Mensch, die Technologie soweit zu modifizieren, als das wir die Natur observieren und folglich besser verstehen können. Pflanzen nehmen Umwelteinflüsse, die auch den Menschen beeinflussen, aufgrund ihres Wurzelwerks extrem sensibel wahr. Aufgrunddessen eignen sie sich als exzellentes Warnsystem: Mithilfe von Nanopartikeln entwickelten Forscher einen Spinat, der Sprengstoff im Grundwasser aufspüren kann. Schlägt er an, leuchten seine Blätter. Wir verraten dir mehr.

Forscher kreieren Spinat, der Sprengstoff im Grundwasser aufspürt

Popeye wäre beeindruckt: Forscher kreierten einen Spinat, der mit winzigen Partikeln versehen ist und aufgrund dessen explosive Substanzen im Grundwasser ausfindig machen kann. Pflanzen reagieren weitaus sensibler auf Umwelteinflüsse als Menschen. Mit Hilfe von Nanotechnik können Menschen sich dies zu Nutze machen.

Ein Forscherteam des Massachusetts Institute of Technology (MIT) im US-amerikanischen Cambridge versah im Rahmen einer Studie, die im Fachjournal Nature Materials veröffentlicht wurde, die Blätter der Pflanze mit winzigen Kohlenstoff-Röhrchen. Nahm der Spinat explosive Nitroaromate aus dem Grundwasser auf, reagierte der Kohlenstoff – die Blätter gaben kurz darauf fluoreszierende Signale ab. Nitroaromate befinden sich beispielsweise in Landminen. Ebendiese Signale können mithilfe einer Infrarotkamera aufgenommen werden und folglich die Information weiterleiten.

Video: Spinat als Sprengstoffsensor

Die Technik ist bei jeder lebenden Pflanze anwendbar

Derzeit sind die Leuchtsignale nur aus einem Meter Entfernung ablesbar. An größeren Distanzen wird noch gearbeitet. Spinat als Sprengstoffsensor zu nutzen ist weiterhin nur eine von vielen Einsatzmöglichkeiten der Technik, bei der Nanoröhrchen in die sogenannte Mesophyll-Schicht der Blätter eingebaut werden.

Denn laut Studienautor Michael Strano sei die Technik bei jeder lebenden Pflanze anwendbar. Sie sei "eine neue Demonstration, wie wir die Kommunikationsschranke zwischen Pflanzen und Menschen überwinden können".

Die Erkenntnisse, die die Studie aufzeigt, dienen jedoch nicht nur dem Aufspüren von explosiven Substanzen. Durch das Einsetzen der Nano-Sensoren in die Mesophyll-Schicht der Blätter können allerlei Informationen der Grundwasserbeschaffenheit weitergeleitet werden. Brechen beispielsweise Krankheiten in der Umgebung aus, so können Forscher mithilfe der Technik weitaus schneller reagieren.

Pflanzen können jedoch nicht nur Sprengstoff aufspüren: Laut der NASA agieren besonders diese 6 Pflanzen als wahre Wunderreiniger. Mittlerweile existieren außerdem zahlreiche Technologien, die Pflanzen und Tiere nutzen, um beispielsweise Naturkatastrophen vorherzusagen. Eine solche Technologie wird auch auf der ISS genutzt.

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