Science 

Zeitreisen in die Vergangenheit sind möglich – sagte ein Mathematiker schon vor 70 Jahren

Zeitreisen sind ein großes Mysterium. Aber theoretisch sind sie möglich, meinen einige Forscher.
Zeitreisen sind ein großes Mysterium. Aber theoretisch sind sie möglich, meinen einige Forscher.
Foto: imago images / STPP
Schon 1949 war sich ein Mathematiker sicher, dass wir in die Vergangenheit reisen können. Möglich wäre das mit dem mysteriösen "Gödel-Universum" – und mit Einstein.

Durch die Zeit zu reisen, das fasziniert Menschen bereits seit Jahrhunderten. Doch nicht nur heute rücken Forscher dem Geheimnis mit immer neuen Theorien zu Leibe. Auch vor 70 Jahren schon hat ein Mathematiker beweisen wollen, dass ein merkwürdiges Universum Zeitreisen möglich machen könnte. Welche zwei besonderen Eigenschaften es aufweise und wie Einsteins Relativitätstheorie dabei helfe, erklären wir dir.

Sind Zeitreisen möglich? Dieser Forscher wollte es wissen

100 Jahre ist es her, dass sich am 29. Mai 1919 eine Sonnenfinsternis ereignete. Sie ließ Menschen staunen und verhalf Forschern dazu, die von Albert Einstein vier Jahre zuvor veröffentlichte Allgemeine Relativitätstheorie (ART) experimentell zu bestätigen. Denn dadurch konnten Sterne in der Nähe der Sonne beobachtet werden, die ein wenig verschoben schienen. Das lag an den Lichtstrahlen, die durch das Gravitationsfeld der Sonne gekrümmt würden.

Diese Erkenntnisse brachten Astronomen einen entscheidenden Schritt weiter. 30 Jahre später dann, im Jahr 1949, veröffentlichte der österreichische Logiker und Mathematiker Kurt Gödel eine Forschungsarbeit in der Fachzeitschrift Review of Modern Physics. Sie war Einsteins 70. Geburtstag gewidmet – und sollte beweisen, dass Zeitreisen möglich sind.

Das kann das "Gödel-Universum"

Seine Gödel-Metrik baute auf der Einsteins ART auf, die ein merkwürdiges Universum erlaube. Dieses "Gödel-Universum" zeichne sich durch zwei besondere Merkmale aus:

  1. Es rotiere, was seinen Kollaps durch die Gravitation der enthaltenen Materie verhindere.
  2. Es lasse Zeitreisen in die Vergangenheit zu.

Das klingt abstrakt und abstrus zugleich. Doch der Mann war Logiker. Hier seine Erklärung: Zwei sogenannte Weltlinien würden zwei Punkte in der vierdimensionalen Raumzeit miteinander verbinden. Da das Universum rotiere, seien die Linien aber in sich geschlossen und würden kreisförmig immer zurück an den Ausgangspunkt führen.

Laut Gödel könne ein Astronaut, der immer geradeaus fliege, unter bestimmten Umständen wieder an seinen Startpunkt gelangen – nur eben in der Vergangenheit. Beweise für diese Theorie gibt es nicht. Was bleibt, ist aber ein plausibles Modell, das Zeitreisen in Einklang mit Einsteins Relativitätstheorie bringt.

Einstein bestätigt

Eine weitere Verifizierung erhielt die ART übrigens erst vor kurzer Zeit. 2017 konnte ein Team aus Physikern um Rainer Weiss, Barry C. Barish and Kip S. Thorne Gravitationswellen nachweisen. Dafür erhielten sie den Physik-Nobelpreis. Dieses Video zeigt die Ursprünge der Gravitationswellen.

Auch andere Forscher sind sich sicher, dass Zeitreisen möglich sind, zumindest theoretisch. Zu den Zeitreise-Gläubigen zählt auch der renommierte Physiker Michio Kaku.

Zu den Kommentaren

Neueste Videos auf futurezone.de

Beschreibung anzeigen