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Achtung, wir haben das 6. Universum erreicht – den Countdown

Wir haben längst die finale Phase des Universums erreicht.
Wir haben längst die finale Phase des Universums erreicht.
Foto: NASA/WMAP SCIENCE TEAM
Das Universum ist auch nicht mehr das, was es mal war. Richtig, wir haben ja auch die sechste und finale Ära unseres Weltalls erreicht. Was heißt das genau?

Unser Universum expandiert, so viel wissen wir schon seit einiger Zeit. Doch wo wird das Ganze enden? Forschern zufolge haben wir seine sechste – und finale – Phase bereits erreicht. Willkommen im Weltall-Finale sozusagen. Doch was heißt das für unsere Zukunft? Wir erklären es dir.

Wir sind in der 6. Phase unseres Universums: Das Ende naht

In jedem Moment passieren im Weltall erstaunliche Dinge, die potenziell die gesamte Entwicklung des Kosmos nachhaltig verändern können. Wir Menschen auf der Erde bekommen das meist gar nicht mit. Umso verständlicher, dass uns erst von klugen Köpfen gesagt werden muss, dass wir die sechste und sehr wahrscheinlich finale Phase des Universums längst erreicht haben.

Denn der Weltraum expandiert. Das bedeutet, dass die Distanzen zwischen den größten kosmischen Strukturen immer größer werden. So verändert sich auch der Einfluss von Strahlung, Materie, Neutrinos und dunkler Materie ständig. Das hat zur Folge, dass sich doch etwas für uns sichtbar verschiebt, wenn wir zum Himmel schauen.

Gott sei Dank können Forscher das Universum bereits einteilen. Fünf Epochen hat es demnach bereits hinter sich, nun befinden wir uns in der sechsten und letzten, wie Ethan Siegel im das Magazin Forbes berichtet. Siegel ist Astrophysiker, Autor und bezeichnet sich selbst als Wissenschaftskommunikator. Er lehrt an verschiedenen Hochschulen und erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen für seine Arbeit.

Ein bisschen Mathe

Grund für diese Annahme: Alles, was in unserem Kosmos existiert, hat eine bestimmte Menge an Energie, darunter dunkle Materie, Strahlung und so weiter. Während das Universum expandiert, ändert sich das Volumen dieser Energieformen und die Energiedichte jeder einzelnen wird sich unterschiedlich entwickeln.

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Dazu gibt es sogar eine mathematische Formel. Wenn wir den für uns sichtbaren Horizont als Variable a definieren, dann:

  • wird sich die Energiedichte der Materie zu 1/a3 entwickeln, da (für Materie) die Dichte nur Masse über Volumen ist und die Masse leicht über E = mc2 (ja, Einstein) in Energie umgewandelt werden kann.
  • wird sich die Energiedichte der Strahlung zu 1/a4 entwickeln, da (für Strahlung) die Zahlendichte die Anzahl der Teilchen dividiert durch das Volumen ist und da sich die Energie jedes einzelnen Photons zusammen mit der Expansion des Universums ausdehnt und einen zusätzlichen Faktor von 1/a im Verhältnis zur Materie hinzufügt.
  • Dunkle Energie wiederum ist eine Eigenschaft des Raumes selbst, sodass ihre Energiedichte unabhängig von der Ausdehnung oder dem Volumen des Universums konstant bleibt (1/a0).

Alles klar soweit? Das klingt natürlich kompliziert. Für alle Nicht-Mathematiker und Nicht-Physiker sind die Folgen des Ganzen sicher leichter zu verstehen. Kurzum: In der Zukunft wird es kühler, in der Vergangenheit war es heißer. Das Universum ist jetzt klumpiger, in der Vergangenheit war es schwerkraftmäßig einheitlicher. Klein angefangen, wird es künftig immer größer.

Nimmt man diese Erkenntnisse und Beobachtungen zusammen, kommt man zwei der essentiellen Fragen unseres Seins näher:

  • Woher kommen wir?
  • Wohin gehen wir?

Das sind die 6 Phasen unseres Universums

Das führt letztlich zu Rückschlüssen über die bisherigen und zukünftigen Phasen unseres Universums, beginnend mit dem Urknall, dem Big Bang. Basierend auf dem Verhalten des Weltalls sind das sechs verschiedene Phasen.

  1. Inflationäre Ära: Die, die dem heißen Urknall vorausging und ihn auslöste.
  2. Primordial Soup-Ära: Vom Beginn des heißen Urknalls bis zur endgültigen transformativen Wechselwirkung von Kern und Teilchen im frühen Universum.
  3. Plasma-Zeitalter: Vom Ende der nicht streuenden Wechselwirkungen zwischen Kern und Teilchen bis zur ausreichenden Abkühlung des Universums, um eine stabile neutrale Materie zu bilden.
  4. Dark Ages-Ära: Von der Bildung neutraler Materie bis zu den ersten Sternen und Galaxien, die das intergalaktische Medium des Universums vollständig reionisieren.
  5. Stellare Ära: Vom Ende der Reionisierung bis zur schwerkraftbedingten Bildung und dem Wachstum von großräumigen Strukturen, wenn die Dunkle Energiedichte die Materiedichte dominiert.
  6. Dunkle-Energie-Ära: Die letzte Phase unseres Universums, in der sich die Expansion beschleunigt und getrennte Objekte unwiderruflich und irreversibel voneinander entfernen.

Leichen im Universum

Und die sechste und finale Phase haben wir bereits vor Milliarden von Jahren erreicht. Damit sind die meisten wichtigen Ereignisse, die die Geschichte unseres Universums definieren, bereits passé. Willkommen in der Ära der Dunklen Energie. Für die Zukunft bedeutet das, dass in diesem leeren, sich immer weiter ausdehnenden Kosmos nur schwarze Zwergsterne und isolierte Massen, die zu klein sind, um die Kernfusion zu entzünden, bestehen. Ein Friedhof sozusagen, der aber noch lange weiterbestehen wird, weil die Dunkle Energie der dominierende Faktor im Universum bleiben wird.

Sicher ist es auch für Wissenschaftler schwierig, so etwas wie die Zukunft des Universums vorauszusagen. Doch die Erkenntnisse mehren sich. Forscher vermuten aber auch, dass ein zweiter Urknall das Universum auslöschen wird. Hier sind fünf Theorien, wie das Universum enden könnte. Andere Studien wiesen nach, dass das Universum jüngst ist als gedacht. Gleichzeitig wächst die Lokale Leere stetig.

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