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Massive Kritik an Mischwesen: Missbrauch von Tieren als "Organfabrik"

In Japan dürfen Mischwesen nun bei der Stammzellenforschung bis zu ihrer Geburt gezüchtet werden (Symbolbild).
In Japan dürfen Mischwesen nun bei der Stammzellenforschung bis zu ihrer Geburt gezüchtet werden (Symbolbild).
Foto: iStock/Dr_Microbe
Japanische Forscher haben die offizielle Erlaubnis bekommen, tierische und menschliche Zellen miteinander zu vermischen und bis zur Geburt heranwachsen zu lassen.

In Japan ist es Wissenschaftlern der Stammzellenforschung nun erlaubt, menschliche Zellen mit tierischen zu kreuzen und die Mischwesen bis zur Geburt heranwachsen zu lassen. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äußert massive Kritik: "Mit der Züchtung von Mensch-Tier-Mischwesen wird eine Grenze überschritten, die wir als Menschen nicht überschreiten dürfen".

Kritik an Stammzellenforschung: Mischwesen als "Organfabrik"

Zunächst einmal werden die Mensch-Tier-Hybride aber nicht zum Leben erweckt. Trotzdem ist das neue Gesetz in der Stammzellenforschung eine Revolution. Bisher durften Wissenschaftler die Wesen nicht länger als 14 Tage lang züchten. Nun dürfen die Chimäre bis zu ihrer Geburt gezüchtet werden.

In Japan wird die neue Regelung unter der Leitung des Stammzellenforschers Hiromitsu Nakauchi erstmalig umgesetzt. Der Wissenschaftler der Universität Tokio plant zunächst Zellen von Ratten und Mäusen mit menschlichen zu vermischen. Später sollen auch Hybride aus Menschen und Schweinen erschaffen werden. Eine tatsächliche Austragung dieser Mischwesen ist bisher nicht geplant.

Mischwesen sollen als Organspender fungieren

Die Züchtung solcher Hybride soll zur Bereitstellung von Spenderorganen dienen. Ziel der Forscher sei es, Organe in den Chimären zu erschaffen, die ausschließlich aus menschlichen Zellen bestehen. Diese Organe sollen dann in menschliche Körper eingesetzt werden. Das Heranzüchten menschlicher Organe in den Mischwesen funktioniere allerdings besser, je enger die Wesen miteinander verwandt seien.

Eine Kreuzung von Mensch und Nagetier würde deswegen auf große biologische Hürden stoßen. Außerdem müsse noch sichergestellt werden, dass in dem Mischwesen kein menschliches Gehirn heranwachse.

Gegenüber dem Spiegel betont Gesundheitsexperte Lauterbach, dass die Züchtung von Mischwesen "ein klarer ethischer Megaverstoß" sei. Mit der genetischen Veränderung, versuche man, "sich selbst zu Göttern zu machen".

"Ein klarer ethischer Megaverstoß"

Diese Entwicklung in der Stammzellenforschung sei heikel. Denn man gebe ja sehr potente menschliche Stammzellen in einen tierischen Embryo hinein und könne dann nicht mehr verhindern, dass die etwas machen, was nicht mehr kontrollierbar ist, wie etwa Hirnchimäre. Davon sprechen Forscher, wenn menschliche Zellen in das Gehirn von Tieren transplantiert werden.

Lauterbach fordert eine stärkere Förderung alternativer Methoden wie etwa die Schaffung neuer Organe aus menschlichem Gewebe im Labor. Damit würde man Tiere auch nicht als "menschliche Organfabrik" missbrauchen.

Nicht nur die Mischwesen in der Stammzellenforschung sind heikel Diese Arten von Gentherapie, die menschliche Krankheiten dauerhaft bekämpfen sollen, sind ebenfalls furchteinflössend. Zudem haben Forscher herausgefunden, wie man Zellen vor dem Sterben bewahren kann.

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