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Space-Forscher entwickelt blinkendes Menschenauge: Es ist so gruselig, man kann kaum weggucken

Das künstliche blinzelnde Menschenauge ist ganz schön gruselig.
Das künstliche blinzelnde Menschenauge ist ganz schön gruselig.
Foto: University of Pennsylvania
Ein Forscher pflanzt Organe auf Chips für die ISS. Jetzt hat er ein blinzelndes Auge geschaffen, das einfach nur gruselig aussieht.

Die Bilder sehen einfach gruselig aus: Forscher haben die Nachbildung eines blinkenden Menschenauges entwickelt und es auf einen Chip gepflanzt. Das könnte die Art und Weise, wie unsere echten Augen studiert werden, völlig ändern.

Blinkendes Menschenauge aus 3D: Wegschauen unmöglich

Das menschliche Auge ist äußerst komplex. Sicherlich können wir nicht so präzise schauen wie einige Raubvögel. Aber die Komplexität der biologischen Apparatur hat uns doch geholfen zu überleben. Darwin lässt grüßen. Das hat es bisher jedoch schwierig gemacht, es nachzubilden. Forschern ist aber genau das jetzt gelungen. Und das Ergebnis ist wie ein Autounfall: Man will weggucken, kann es aber einfach nicht.

Die Wissenschaftler der University of Pennsylvania haben ein künstliches menschliches Auge auf einem Chip modelliert. In der Fachzeitschrift Nature Medicine stellen sie jetzt ihren 3D-Prototypen vor. Augenärzte und Bioingenieure haben dafür eng zusammengearbeitet. Auf einem transparenten, achteckigen Chip von der Größe eines Zehncentstücks liegt das Auge.

In der Mitte ist ein kontaktlinsenförmiges Gerät zu sehen, das Zellen aus der Schicht im vorderen Augenbereich, der Hornhaut und Zellen aus der Bindehaut enthält. Zusammen formen sie die Oberfläche des Auges.

Dan Huh ist leitender Autor der Studie. Er hat bereits für die Internationale Raumstation ISS Organe auf Chips modelliert, zum Beispiel Plazenta- und Lungen-Chips, die aktuell auf dem Außenposten im All getestet werden. Dem Magazin Cnet sagte er: "Vom technischen Standpunkt aus fanden wir es interessant, über die Möglichkeit nachzudenken, die dynamische Umgebung eines blinzelnden menschlichen Auges nachzuahmen."

Auch eine Augenkrankheit konnten sie nachbilden

Ebenso sei es ihm und seinem Team gelungen, eine Krankheit nachzubilden, die sich Augentrockenheit (DED) nennt. Aufgrund einer fehlenden Befeuchtung des Auges kommt es dabei zu Jucken und Brennen der Organe. Dafür verringerten sie das Blinken des künstlichen Menschenauges von zwölf auf sechs Mal pro Minute. Nachdem die Krankheit ausgebrochen war, konnten sie mit einem neuartigen Medikament das typische Brennen aber reduzieren.

Noch fehlen dem künstlichen 3D-Auge restliche Zellen, diverse Blutgefäße und Nerven. Außerdem könne es Tränen noch nicht genauso produzieren wie ein echtes Auge. "Ich hoffe, dass unsere Eye-on-a-Chip-Plattform weiterentwickelt und für eine Vielzahl von Anwendungen neben dem Wirkstoff-Screening eingesetzt wird, beispielsweise für das Testen von Kontaktlinsen und Augenchirurgen in der Zukunft", sagte ein Co-Autor der Studie.

Unsere Augen verändern sich auch durch unseren digitalen Konsum. Experten warnten bereits, dass Smartphones zu Kurzsichtigkeit führen können. Außerdem ist Ghost-Imaging ein spannendes neues Verfahren in der Optik.

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