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Dieses Schwarze Loch ist auf seltsame Art verhüllt: NASA findet ersten Beweis

Schwarze Löcher: Die wichtigsten Fakten zu den mysteriösen Riesen
Mo, 05.08.2019, 17.31 Uhr

Schwarze Löcher: Die wichtigsten Fakten zu den mysteriösen Riesen

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Es gibt Schwarze Löcher, die noch rätselhafter sind als andere. Eins davon konnte nun von Forschern nachgewiesen werden, obwohl es einen Deckmantel trägt.

Mithilfe des Chandra X-ray-Observatoriums der NASA konnte eine Gruppe an Forschern Bemerkenswertes herausfinden: Nur 850 Millionen Jahre nach dem Urknall und der Entstehung des Universums hat es ein Schwarzes Loch gegeben, das stark vernebelt war. Das ist der erste Beweis für ein solches Vorkommnis zu einem so frühen Zeitpunkt.

Schwarzes Loch: Daher kommt die Verstopfung

Normalerweise wachsen Schwarze Löcher dadurch, dass sie Material einsaugen von der Materien, die sich um sie herum bewegt. Während des schnellen Wachstums wird dabei eine gewaltige Menge an Strahlung erzeugt, die sich aber nur in einer kleinen Region um das Schwarze Loch herum sammelt. Das produziert eine extrem helle, kompakte Quelle, die sich Quasar nennt. Dieser Quasar ist der aktive Kern einer Galaxie.

Theoretische Berechnungen gehen davon aus, dass der größte Teil des Wachstums eines Schwarzen Lochs dann geschieht, während das Objekt und die Scheibe darum herum von einer dichten Gaswolke umgeben sind, die Material in das Schwarze Loch einspeist. Wird das Schwarze Loch immer größer, wird diese Wolke irgendwann vollständig aufgezehrt.

Quasar des Schwarzen Lochs war vollkommene Überraschung

Nur Dank des NASA-Observatoriums war es dem Forscherteam möglich, den Quasar des uralten noch durch Nebel verstopften Schwarzen Lochs nachzuweisen: "Dank Chandra und der Fähigkeit von Röntgenstrahlen, durch die Nebelwolke zu dringen, hatten wir endlich Erfolg.

Es ist (sonst) außergewöhnlich herausfordernd, Quasare zu finden in dieser vernebelten Phase, weil so viel ihrer Strahlung absorbiert wird und nicht durch gängige Instrumente entdeckt werden kann", berichtet Fabio Vito, Stipendiat an der Pontificia Universidad Católica de Chile.

Da Quasare also bisher nur entdeckt wurden, wenn die Nebelphase der Schwarzen Löcher vorbei war, ging man zunächst fälschlicherweise davon aus, dass auch der Quasar des verstopften Schwarzen Lochs, PSO 167-13, unverhüllt war.

"Es war eine totale Überraschung. Es war als würden wir eine Motte erwarten, aber stattdessen einen Kokon sehen. Keiner der anderen neun Quasare, die wir beobachteten, war verstopft, wovon wir ausgegangen sind", sagten die Co-Autoren der Studie Niel Brandt und Verne M. William, Professor für Astronomie und Astrophysik und Professor für Physik an der Penn State.

Mysterien um Schwarze Löcher sind keine Seltenheit

Die Beobachtungen sollen über einen längeren Zeitraum fortgesetzt werden, um festzustellen wie stark das Schwarze Loch verhüllt ist. Außerdem ist geplant, nach weiteren stark vernebelten Schwarzen Löchern dieser Art zu suchen. Man geht zumindest davon aus, dass die Mehrheit der supermassiven Schwarzen Löcher des frühen Universums durch Gaswolken verhüllt sind.

Wie mysteriös Schwarze Löcher sein können, zeigt sich an der jüngsten Entdeckung. So gibt es ein monströses Schwarzes Loch, dass unser Sonnensystem verschlingen könnte. Es ist bisher übrigens einem Stern gelungen, einem massereichen Schwarzen Loch zu entkommen.

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