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Es hat sich ausgestürmt: Jupiter könnte kurz vor dem Verlust seines Markenzeichens stehen

Die Aufnahme des Hubble-Teleskops zeigt den Jupiter und seinen schrumpfenden Großen Roten Fleck im Jahr 2019.
Die Aufnahme des Hubble-Teleskops zeigt den Jupiter und seinen schrumpfenden Großen Roten Fleck im Jahr 2019.
Foto: NASA/ESA/ A. Simon/ M.H. Wong
Ein uralter Sturm wütet bereits seit Jahrhunderten auf dem Gasriesen und gilt seit seiner Entdeckung im Jahr 1664 als eines der beständigsten Wetterphänome im ganzen Sonnensystem. Bis jetzt.

Eine neue Aufnahme des Hubble-Weltraumteleskops der NASA, die am 27 Juni 2019 entstand, zeigt den Planeten Jupiter und sein Markenzeichen, den Großen Roten Fleck, erstmals in atemberaubendem Detail. Unklar bleibt jedoch, wie lange der Wirbelsturm noch bestehen wird. Denn: Die detallierten Bilder des Teleskops offenbaren, dass der Große Rote Fleck des Jupiters schrumpft – und zwar in einem solch enormen Tempo, dass der Fleck in nur zwei Jahrzehnten komplett verschwunden sein könnte. Wir verraten dir mehr.

Mysteriös: Der Große Rote Fleck des Jupiters schrumpft

Bereits mit einem einfachen Fernrohr lässt er sich erkennen: Der Große Rote Fleck des Planeten Jupiter hat in den letzten Jahrhunderten nicht nur eine farbliche Veränderung durchgemacht – besonders die Tatsache seiner schwindenden Masse stellt Forscher fortwährend vor Rätsel. Denn warum der Große Rote Fleck des Jupiters schrumpft, ist bislang unklar.

Der markante Wirbelsturm ist ein riesiger ovaler Antizyklon (ein Hochdruckgebiet) in der Atmosphäre des Gasriesen, der mit einer Länge von 24.000 Kilometern und einer Breite von 13.000 Kilometern eine weitaus größere Masse als unser blauer Planet aufweist. Der Sturm rotiert mit einer Periode von sechs Erdtagen gegen den Uhrzeigersinn, anders als beispielsweise Hurrikans sich auf der Erde fortbewegen.

In der dichten Atmosphäre des Jupiter beobachten Forscher fortwährend hunderte von Wirbelstürmen. Während auf der Erde Zyklone und Antizyklone etwa gleich häufig auftreten, dominieren auf dem Gasriesen die Antizyklone, etwa 90 Prozent aller Wirbelstürme sind dort mit Hochdruckgebieten verknüpft. Die beiden Wolkenstreifen über und unter dem Großen Roten Fleck bewegen sich in gegensätzliche Richtungen und koppeln den Sturm so in der Atmosphäre fest – aufgrunddessen existiert er bereits seit Jahrhunderten.

Bis zum Jahr 2040 könnte sich der Sturm komplett auflösen

Erstmals gesichtet wurde er im Jahr 1664 von dem Naturforscher Robert Hooke – ob es sich dabei allerdings um denselben Roten Fleck handelte, der heutzutage auf der Oberfläche des Planeten sichtbar ist, ist bislang ebenfalls ungeklärt.

Doch seit diesen ersten Beobachtungen des Wirbelsturms hat seine Länge von circa 40.000 auf 24.000 Kilometer abgenommen. Eine NASA-Studie aus dem Jahr 2018 kam zu dem Ergebnis, dass der Sturm schrumpft, jedoch beim Zusammenziehen nach oben drückt (ähnlich wie Ton auf einer Töpferscheibe), berichtet businessinsider.

Forscher glauben, dass sich der Fleck bis zum Jahr 2040 möglicherweise komplett auflösen könnte. Weiterhin scheinen sich zudem immer wieder Gaswolken vom Großen Roten Fleck zu lösen. Somit bleibt der Große Roten Fleck ein Mysterium. Doch auch der Jupiter fasziniert fortwährend: Kürzlich konnte beispielsweise ein Meteoriteneinschlag auf dem Planeten festgehalten werden. Ebenso erstaunlich wie skurril mutete auch dieser Zufallsfund chilenischer Forscher an.

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