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Fatal: Sortiertes Sperma könnte dazu führen, dass weniger Mädchen geboren werden

Wettrennen um den Uterus: Weibliche Spermien schwimmen unter gewissen Bedingungen langsamer, wodurch sich das Geschlecht bestimmen lässt.
Wettrennen um den Uterus: Weibliche Spermien schwimmen unter gewissen Bedingungen langsamer, wodurch sich das Geschlecht bestimmen lässt.
Foto: imago images/Westend61
Japanische Forscher entwickelten eine Methode, die es möglich macht, weibliche Spermien so zu manipulieren, dass sie langsamer schwimmen. Das könnte fatale Folgen haben.

Es gibt eine Methode bei Säugetieren, ihr Geschlecht zu bestimmen. Japanische Forscher fanden einen Weg, Spermien vor der Zeugung zu sortieren und dabei weibliche Samenzellen zu benachteiligen. Dieser Vorgang ist auch bei Menschen möglich und bringt ethisch fragwürdige Konsequenzen mit sich.

Geschlecht bestimmen: Auch bei Menschen möglich

Während die weibliche Eizelle immer nur X-Chromosomen besitzt, haben männliche Spermien entweder X- oder Y-Chromosomen. Die X-Chromosomen stechen heraus: Sie tragen viel mehr verschiedene Gene mit sich. Die Forscher konnten bei Mäusen ein bestimmtes Gen des X-Chromosoms aktivieren, was dazu führte, dass das betroffene Sperma viel langsamer schwamm. Damit ließ sich das Geschlecht bestimmen – und zwar gefährlich genau.

Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachmagazin Plos Biology. Sie trennten bereits bei Mäusen, Rindern und Schweinen erfolgreich Spermien für weiblichen Nachwuchs von Spermien für Männchen. Bei menschlichen Spermien testeten sie die Manipulation zwar noch nicht, einer der Forscher, Masayuki Shimada, denkt aber, dies sei möglich.

Beim jüngsten Mäuseversuch besaßen die schnellen Spermien zu 90 Prozent XY-Chromosomen (männlich), die Welpen die daraus entstanden waren zu 83 Prozent XY-Männchen. Die langsamen Spermien wiederum produzierten Embryonen und Welpen, die zu 81 Prozent XX-weiblich waren. Diese Zahlen verdeutlichen die hohe Wahrscheinlichkeit, Geschlechter erfolgreich zu trennen.

Sogar von zuhause möglich

Der Wissenschaftler Alireza Fazeli von der Universität Tartu in Erstland befürchtet, dass Chemikalien vor dem Geschlechtsverkehr etwa über eine Creme in die Vagina gegeben werden könnten, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, einen Jungen zu bekommen. Andere Forscher betonen zwar, dass es noch ein Jahrzehnt dauern würde, bis eine solche Methode kommerziell wird, doch die meisten sind sich einig, dass die Ergebnisse überzeugend sind, so berichtet das Wissenschaftsmagazin NewScientist.

Ebenfalls ethische Fragen wirft die CRISPR-Genschere auf, die nun auch in Russland verwendet wird. Diese drei Powerfunktionen deiner DNA in der Gentherapie wirst du kaum glauben können.

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