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Meteoriteneinschlag hat Leben aus dem äußeren Sonnensystem zu uns gebracht

Meteoriten: Einschläge & Eigenschaften der mysteriösen Himmelskörper
Mo, 05.08.2019, 17.21 Uhr

Meteoriten: Einschläge & Eigenschaften der mysteriösen Himmelskörper

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Sind Meteoriteneinschläge dafür verantwortlich, dass wir heute überhaupt existieren? Unsere Lebensbausteine sollen alle aus dem Universum stammen.

Während Experten mehr und mehr darüber diskutieren, wie sich unser Planet vor Asteroiden und Meteoriten, die einschlagen, schützen lässt, wirft eine aktuelle Studie eine anderes Licht auf das Thema. So könnte ein Meteoriteneinschlag dazu geführt haben, dass Leben auf der Erde überhaupt möglich wurde.

Meteorit eingeschlagen: Gibt es uns nur deshalb?

Im Detail befasst sich die Untersuchung damit, dass Meteoriten, die eingeschlagen sind, Selen-Isotope hinterlasen haben könnten. Identische Isotope dieser Art konnten die Forscher nicht nur in den Steinen aus dem All nachweisen, sondern auch im Erdmantel. Dabei waren es vor allem Meteoriten aus dem äußeren Sonnenystem, die solche Spuren aufweisen.

"Wir schließen daraus, dass diese isotopischen Beschränkungen die späte Fassade (der Erde) ursprünglich aus dem äußeren Sonnenysystem stammt und eine geringere Masse aufwies als bisher vermutet. Deshalb legen wir nahe, dass eine späte und hochkonzentrierte Zuführung von Volatilen (flüchtigen organischen Verbindungen) die Erde bewohnbar machten", heißt es in einem Abriss der Studie.

Noch mehr Lebensbausteine stammen von Meteoriteneinschlägen

Um herauszufinden, ob Meteoriten, die eingeschlagen sind, für Leben auf der Erde verantwortlich sein könnten, haben die Wissenschaftler Proben von Steinen genommen, die durch tektonische Verschiebungen an die Erdoberfläche befördert wurden.

Die neuen Erkenntnisse könnten bedeuten, dass sowohl Selen, aber auch Wasser und andere Lebensbausteine nicht auf der Erde entstanden sind, sondern durch Meteoriteneinschläge aus dem Sonnensystem zu uns kamen.

Das Phänomen dahinter nennt sich "Panspermie" und wird seit geraumer Zeit unter Astronomen diskutiert. Erst kürzlich besagte eine andere Studie, dass Asteroiden Leben durch das Universum befördern.

Den Berechnungen der Forscher zufolge sollen ganze 60 Prozent des heutigen Wassers auf der Erde durch Meteoriteneinschläge entstanden sein. Dies sei der einzige Weg gewesen, wie sich unsere Ozeane hätten formen können.

Isotope im Erdmantel vor Milliarden Jahren entstanden

Dass diese Annahme stimmt, soll der Fakt belegen, dass es rein technisch gar kein Selen im Erdmantel geben dürfte, berichtet die führende Autorin der Studie, Dr. María Isabel Varas-Reus. Dieses würde von Eisen angezogen und müsste daher zum größten Teil im eisenreichen Erdkern verbleiben.

Das Selen, das im Mantel gefunden wurde, muss demnach nach der Entstehung des Erdkern von außen, also durch eine Meteoriteneinschlag, zugeführt worden sein. Varas-Reus vermutet den Zeitpunkt dafür vor etwa 4,5 bis 3,9 Milliarden Jahren. Im gleichen Zeitraum ungefähr entstand der Mond.

Vermutet wurde übrigens schon lange, dass Meteoriteneinschläge das Leben auf der Erde ermöglicht haben. Allerdings gingen Forscher bis dahin immer von Meteoriten aus, die aus dem inneren Sonnensystem stammten, so Varas-Reus.

Was sonst passiert, wenn ein Meteorit eingeschlagen ist? Ein aktuelles Video zeigt, wie Jupiter von einem Objekt hart getroffen wird.

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