Science 

Gigantische Jupiter-Stürme: Rätsel um das geheimnisvolle Innere des Gasriesen gelüftet

Das All fasziniert Forscher, Bürger und mächtige Unternehmen.

Das All fasziniert Forscher, Bürger und mächtige Unternehmen.

Beschreibung anzeigen
Gasriese Jupiter ist für Astronomen ein faszinierendes Himmelsobjekt. Nun kamen Informationen über Jupiters Innenleben ans Licht.

Unter Jupiters farbenprächtigen Gaswolken befindet sich noch so manch ungelöstes Rätsel. Das Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (ALMA) zeichnet die Radiowellen auf. Anhand der Daten soll mehr über das Innenleben des Planeten ans Licht kommen. Was befindet sich eigentlich unter den gigantischen Jupiter-Stürmen?

Eintauchen in die rätselhaften Jupiter-Stürme

Nicht nur die Größe des Gasriesen Jupiter fasziniert Astronomen, sondern auch die Galileischen Monde oder der Große Rote Fleck. Doch das reicht den Wissenschaftlern noch nicht. Das ALMA blickt nun bis zu 50 Kilometer tief in die oberste Wolkendecke des Planeten. Durch diese Informationen ist es gelungen, eine dreidimensionale Karte der oberen Atmosphäre und der darin auftretenden Jupiter-Stürme zu erstellen.

Die Zusammensetzung von Jupiters Atmosphäre ist bereits bekannt. Sie besteht zum größten Teil aus Wasserstoff und Helium. Diese wird durch geringe Mengen an Ammoniak, Methan, Wasser und etwas Schwefelwasserstoff ergänzt. Die oberste Schicht setzt sich aus Ammoniakeis zusammen. Unter dieser Schicht befindet sich ein Bereich fester Ammoniumsulfat-Partikel. Noch etwas tiefer trifft man auf eine Zone, die aus Wolken mit Wassertröpchen besteht.

Jupiter-Stürme bringen das Durcheinander

Doch was passiert eigentlich im Inneren dieser Jupiter-Stürme? Dies war bislang nur Spekulation. Das ALMA konnte nun neue Erkenntnisse gewinnen. Die Beobachtungen begannen mit einem kleinen weißen Wirbel, der sich südlich des Jupiteräquators befindet. Dieser Wirbel war Hobbyastronomen schon im Januar 2017 aufgefallen.

ALMA konnte beobachten, wie sich die weißen Wolkenbergen, bei denen es sich um ein lokales Ereignis handelte, zu einer großen Störung ausdehnten. Die Störung brachte innerhalb von wenigen Wochen den Wolkenring durcheinander. "Es ist das erste Mal überhaupt, dass wir die Jupiteratmosphäre unter den Ammoniakwolken untersuchen können, so kurz, nachdem dort große Energiemengen freigesetzt wurden", berichtet Imke de Pater von der University of California in Berkeley gegenüber der National Radio Astronomy Observatory (NRAO).

Weiße Wirbel übersteigen sogar die Wolkendecke

Die Jupiter-Stürme haben ihren Ursprung wohl in der Veränderung der Konvektionsströmung innerhalb der wasserreichen Atomosphäre. Dies beeinflusst zudem die Ammoniakwolken. Dadurch steigen diese in einem weißen Wirbel nach oben und übersteigen sogar die eigentliche Wolkendecke des Gasriesen. Durch diese Strömungen entsteht Jupiters bekanntes Streifenmuster.

Diese NASA-Bilder zeigen die Jupiter-Stürme in ihrer vollen Pracht. Wird er nun sein Markenzeichen verlieren? Der Große Rote Fleck des Jupiters scheint zu schrumpfen.

Neueste Videos auf futurezone.de

Neueste Videos auf futurezone.de

Beschreibung anzeigen