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Waghalsiges Experiment: NASA testet Raumschiff mit Wasserantrieb im All

Die Raumschiffe der NASA, die bald autonom das Universum erkunden sollen, sehen aus wie kleine Kisten.
Die Raumschiffe der NASA, die bald autonom das Universum erkunden sollen, sehen aus wie kleine Kisten.
Foto: imago images / ZUMA Press
Die NASA arbeitet an einem Riesen-Projekt: In Zukunft sollen wasserbetriebene Raumschiffe autonom das Universum erkunden. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg.

Vor kurzem flogen im Universum zwei Raumschiffe umher, die deutlich kleiner sind als üblich. Und noch etwas war anders: Die Fluggeräte bewegten sich durch einen Wasserantrieb fort. Dahinter steckt die NASA, die ein ehrgeiziges Ziel hat: Schon bald sollen hunderte autonome Raumschiffe selbstständig den Weltraum erkunden.

NASA schickt wasserbetriebene Raumschiffe ins Universum

Die beiden Raumschiffe gehören zu dem Small Spacecraft Technology Program (SSTP) der NASA. Im Rahmen dieses Programms entwickelt die US-Bundesbehörde besonders kleine Raumfahrzeuge, die der Erforschung des Weltraums, der Wissenschaft und anderen Aufgaben des Luftfahrtunternehmens dienen sollen.

Bei den Raumschiffen handelt es sich um sogenannte CubeSats: Das ist ein 1999 von der Stanford University und der California Polytechnic State University entwickelter Standard für kostengünstige Kleinsatelliten. Die beiden Modelle der NASA sind also nicht größer als 10 x 10 x 10 centimeters. Bei ihrer Testfahrt in unserem Orbit umkreisten sie die Erde mit einem Abstand von neun Kilometern zueinander.

Kommunikation per Funk

Zwischen den beiden Satelliten besteht eine Funkverbindung, mithilfe der vordere CubeSats seinem Hintermann per Funksignal den Befehl erteilen kann, ihm per Wasserantrieb zu folgen.

Wie das funktioniert, zeigt dieses Video der NASA:

Video: Die Raumschiffe mit Waserantrieb im Universum

Das Experiment wurde unter Einhaltung strenger Sicherheitsvorkehrungen entwickelt. So gab es zum Beispiel Beschränkungen hinsichtlich der Arten von Anweisungen, die ein solches Raumfahrzeug an ein anderes senden kann. Der führende CubeSat konnte nur autorisierte und im Voraus geplante Anweisungen erteilen. Die NASA wollte mit diesem Experiment beweisen, dass ein menschlicher Bediener eine Sequenz zwar initiieren muss, das Raumschiff sich dann jedoch eigenständig um die Einzelheiten kümmern kann.

Langfristiges Ziel: Autonome Weltraumerforschung

Das Ziel ist es, "autonome Schwärme von kleinen Raumfahrzeugen zu organisieren", so Darren Rowen, der Direktor des SSTP. Die Zukunft der Weltraumforschung kann man sich also wie folgt vorstellen: Die Raumschiffe bewegen sich wie ein Drohnenschwarm durchs All und haben dabei alle eine gemeinsame, stationäre Basis. Sie organisieren sich nach vorab autorisierten Anweisungen und Algorithmen, mit denen sie ihre Ziele zur Erkundung erreichen können.

Autonome Raumschiffe im Universum: NASA hat noch Arbeit vor sich

Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter Weg: Die Mission, die Teil des NASA-Projektes "Optical Communications and Sensor Demonstration" (OCSD) ist, benötigt jede Menge Fundamentarbeit. Man kann also davon ausgehen, dass die mit künstlicher Intelligenz gesteuerten Schwarm-Erkundungen des Universums noch ein paar Jahre eine unverwirklichte Vision bleiben.

Das kürzlich durchgeführte Experiment war der zweite, große Schritt in der seit 2015 andauernden OCSD-Mission. Bei der ersten vor vier Jahren galt es noch, das Risko zu minimieren und die Kalibrierung der beiden Raumfahrzeuge zu optimieren.

Doch was passiert eigentlich mit all den Satelliten, die nichts mehr taugen? Hier liegen alte NASA-Raumschiffe begraben. Wasserantrieb ist nicht die einzige Innovation in dem Bereich: Dieses Raumschiff gewinnt Treibstoff aus Asteoroiden.

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