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Der Einstein-Effekt im Universum sagt das düstere Schicksal dieses Sterns voraus

Fr, 23.08.2019, 15.54 Uhr

Faszination Universum und die Geheimnisse, die es für uns bereit hält

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Ein unglaublich schnell rotierender Neutronenstern wird schon seit 14 Jahren beobachtet. Die Zukunft des Pulsars sieht düster aus.

Von 2004 bis 2018 beobachten Forscher im Universum den Pulsar PSR J1906+0746 im Sternenbild Adler. Der blinkende Neutronenstern ist ein Teil eines Doppelsternsystems. Der blinkende Stern wird wohl nicht mehr lange pulsieren. Das düstere Ende dieses Pulsars wurde aber bereits durch den Einstein-Effekt bestätigt.

Ein Pulsar im Universum sieht seinem Ende entgegen

Der Pulsar PSR J1906+0746 besitzt einen Durchmesser von 20 Kilometern, doch er ist anderhalb Mal so massereich wie unsere Sonne. Der kompakte Neutronenstern dreht sich im Universum innerhalb von 144 Millisekunden um seine eigene Achse.

Die Eigenschaft von Neutronensternen sind starke Magnetfelder. Von ihren Magnetfeldpolen geben sie einen gebündelten Strahl von Radiowellen ab. Begegnet ein solcher Strahl unserer Erde bei der Rotation des Pulsars, können wir einen starken Radiopuls auffangen. Das Erstaunliche: Solche Pulse treffen mit der Genauigkeit einer Atomuhr bei uns ein, da Neutronensterne stabil rotieren.

Der Einstein-Effekt lässt Aussagen über die Zukunft treffen

Teil eines Doppelsternsystem umkreist der Pulsar PSR J1906+0746 gemeinsam mit seinem unsichtbaren Begleiter den gemeinsamen Schwerpunkt im Universum innerhalb von vier Stunden. Dadurch dass die beiden Sterne eine große Masse auf engem Raum bieten, lässt sich auf diese Weise der Einstein-Effekt, die allgemeine Relativitätstheorie von Albert Einstein, überprüfen. Damit können Vorhersagen für die Zukunft getroffen werden.

Dabei kommt der relativistische Spinpräzessions-Effekt zum Tragen. Die Rotationsachse des Pulsars wird durch die Gesamtrotation des Systems beeinflusst. In der Physik wird das auch die Wechselwirkung von Drehimpulsen genannt. Dieser Einstein-Effekt sorgt dafür, dass sich die Sichtbarkeitsbedingungen der Radiopulse verändern.

Irgendwann wird der Neutronenstern verstummen

Dies konnte in der 14-jährigen Beobachtung dokumentiert werden, wie die Forscher im Fachmagazin Science erläutern. Zu Beginn waren von beiden Magnetfeldpolen des Neutronensterns Radiopulse messbar. Doch im Laufe der Zeit begann das Signal am nördlichen Pol zu verschwinden, nur noch der südliche Puls wurde aufgefangen.

Der Einstein-Effekt bringt daher entscheidende Konsequenzen mit sich. Das Forscherteam ist sich sicher, dass von dem Pulsar PSR J1906+0746 ab 2028 keine Radiopulse mehr auf der Erde ankommen. Der Neutronenstern wird eine Zeitlang im Universum verstummen. Doch das ist nicht das Ende der Radiopulse: 2070 sollen sich neue Signale auffangen lassen. Vom nördlichen Pol könnten aber erst zwischen 2085 und 2105 wieder Signale empfangen werden.

Eine kosmische "Kanonenkugel", ein Pulsar, schießt mit vier Millionen Kilometer pro Stunde durch das Universum. Eine erstaunliche Alternative zu Albert Einsteins Relativitätstheorie unterscheidet sich in einem Punkt. Ist es die geheime "fünfte Kraft", die unser Universum zusammenhält?

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