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Nordlichter total schräg: Kosmischer Besucher "Steve" erregt Astronomen

Fr, 23.08.2019, 15.54 Uhr

Faszination Universum und die Geheimnisse, die es für uns bereit hält

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Ein abnormales Himmelsglühen der Nordlichter ließ Astronomen verwundert zurück. Nun scheint das Rätsel gelöst: der extraterrestrische Besucher "Steve" hatte sich darin versteckt.

Zuletzt waren die berühmten Nordlichter besonders gut am Himmel zu erkennen, zumindest in einigen Gegenden der Erde. Doch irgendetwas war 2019 anders, stellten Astronomen fest. Ein starker Sonnensturm hat am Labor Day-Wochenende um den 2. September dafür gesorgt, dass die Polarlichter weiter südlich als üblich zu sehen waren – und dass sich ein kosmischer Besucher darin verstecken konnte: "Steve".

Video: Das Nordlicht namens "Steve" erklärt

"Steve" lauert in den Nordlichtern: Astronomen lösen ungewöhnliches Rätsel

"Steve", der in den Nordlichtern lauernde Besucher aus unserem Sonnensystem, färbte jüngst den Himmel pink. Pinker als sonst auf jeden Fall. Das Objekt ist Astronomen aber bereits länger bekannt. Schon 2016 war die "Starke Verbesserung der thermischen Emissionsgeschwindigkeit" (Englisch: Strong Thermal Emission Velocity Enhancement, kurz STEVE) entdeckt worden.

"Keine normale Aurora"

2018 wurden über Steve wissenschaftliche Erkenntnisse veröffentlicht, die das Himmelsphänomen bereits damals als völlig neu einstuften und Unterschiede zu einer gewöhnlichen Aurora aufzeigten.

"Das Wichtigste ist, dass wir jetzt klar sagen können: 'Es ist keine normale Aurora'", sagte der Forscher Don Hampton von der University of Alaska in Fairbanks, der kürzlich ein Steve-Ereignis aus dem Jahr 2018 analysierte, in einer Erklärung. "Es ist ein neues Phänomen – das ist ziemlich aufregend."

Es gibt bereits erste Erklärungsversuche

Schon im Mai 2019 hatten Forscher einen ersten Erklärungsansatz für Steve gefunden. Zwar wurde ihm damit ein Unterschied zu Auroren bestätigt, es gebe jedoch auch Gemeinsamkeiten beider Lichtphänomene. Ungeklärt blieb bis zu diesem Zeitpunkt nur, woher Steve die Energie für seine Entstehung bezog.

Nun, im Jahr 2019 haben Hampton und seine Kollegen es bestätigt: Steve ist tatsächlich ein Ding für sich. In den Geophysical Research Letters berichten sie, Steves Wellenlängen würden sich von denen regulärer Nordlichter unterscheiden.

Himmelsspektakel aus Technik und Natur
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Normale Auroren tauchen auf, wenn aufgeladene Partikel aus der Sonne Elektronen in der Erdatmosphäre anregen. Ihr Energielevel wechselt, was Lichtpartikel freilässt, die Photonen. Die Farben der Polarlichter hängen dann von den Molekülen ab, auf die die geladenen Sonnenpartikel treffen. Sauerstoff macht sie grün und gelb, Stickstoff rot und violett.

Steve macht's pink

Steve jedoch ist ganz anders. Der Besucher aus dem All besteht aus Licht aus dem gesamten elektromagnetischen Spektrum mit einer leichten Verstärkung im roten Bereich. Das macht das pinke Farbphänomen aus. Seine Partikel sind ganz schön "geröstet". "Das ist also wie eine Art sehr, sehr warme Atmosphäre", so Hampton. So übrigens sollst du Steve entdecken können.

Nun wollen Forscher herausfinden, wie und ob Steve überhaupt Auswirkungen auf die Menschheit hat. Bisher ist er eine schöne Lichtshow. Aber Solarstürme können auch die Satellitenkommunikation stören. Das hätte Folgen für unsere Infrastruktur auf der Erde.

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Jüngst hat auch die NASA ein mysteriöses Lichtsignal entdeckt. Außerdem hat dieses Objekt etwas völlig Unbekanntes auf die Erde gebracht. Und nicht zuletzt hat dieses mysteriöse Asteroiden-Foto ein bizarres Detail enthüllt.

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