Science 

Explosionen auf dem Saturnmond Titan: Entstanden so die mysteriösen Methan-Seen?

Der Saturnmond Titan lässt sich durch Aufnahmen der Raumsonde Cassini weiter erforschen.
Der Saturnmond Titan lässt sich durch Aufnahmen der Raumsonde Cassini weiter erforschen.
Foto: iStock/dottedhippo
Auf der Oberfläche des Saturnmondes Titan tummeln sich Seen aus flüssigem Methan in Kratern. Ein Forscherteam soll den Grund für diese Krater entdeckt haben.

Auf dem Saturnmond Titan herrscht eine dichte Atmosphäre. In unregelmäßigen Kratern finden sich Seen aus flüssigem Methan wieder. Die Formen dieser Krater ließen lange Zeit darauf schließen, dass es sich um Einschlagkrater handelt. Denn die erhöhten Ränder ragen bis zu 300 Meter in die Höhe. Ein Forscherteam meint aber eine andere Erklärung für diese Krater gefunden zu haben.

Saturnmond Titan: Wie entstanden die Krater?

Einschläge von kleineren Himmelskörper auf dem Saturnmond Titan sollen die Krater geformt haben, in denen sich nur die Methan-Seen befinden. Doch das Forscherteam um Giuseppe Mitri von der Università d'Annunzio in Pescara ist sich nicht sich nicht sicher, ob das stimmt. Sie glauben eine neue Erklärung für diese Aushöhlungen auf dem Planetentrabanten gefunden zu haben, wie sie im Fachjournal Nature erklären.

Mächtige Explosionen durch flüssigen Stickstoff sollen der Grund für die unregelmäßigen Krater auf dem Mond sein. Sie sollen vor mehr als einer Milliarde Jahren entstanden sein. Das Forscherteam hat Daten der Raumsonde Cassini vom April 2017 ausgewertet. Auf den Aufnahmen ist auch der See Winnipeg Lacus zu sehen, der sich am Nordpol des Saturnmondes Titan befindet. Besonders auffällig ist der hohe Rand des Methan-Sees.

Faszination Universum und die Geheimnisse, die es für uns bereit hält

Frühere Theorien gaben eine andere Erklärung

Gängige Theorie über die Seen auf dem Titan besagen, dass sich das Wassereis, aus dem die Oberfläche des Mondes zum größten Teil besteht, wie Karst. sogenannte unterirdische Höhlen, verhält. Es soll aus einem Netzwerk aus Höhlen und Spalten durchzogen sein. Diese sollen flüssiges Methan enthalten. Die Höhenmessungen der Gewässer auf dem Saturnmond zeigen, dass der Flüssigkeitsspiegel auf gleichen Höhenniveau liegt. Daher stehen die Methan-Seen in Verbindung.

Doch bei Karstformen seien die Ränder nicht erhöht. Sie würden eher abrupt in die Tiefe abfallen. Daher gehen die Wissenschaftler davon aus, dass manche Krater durch die Ansammlung von flüssigem Stickstoff entstanden ist, das bei der Erwärmung des Mondes schlagartig verdampfte. Dabei entstand durch Explosionen Löcher in der Oberfläche des Saturnmondes. Diese Löcher füllten sich erst später mit flüssigem Methan.

Regelmäßige "Eiszeit" auf dem Saturnmond Titan

Geowissenschaftler vermuten, dass es auf dem Titan in großen Zeitabständen zu einer Art Eiszeit kommt. Dabei geht das wärmende Methan in der Atmosphäre des Saturnmondes auf der Oberfläche verloren. Durch die UV-Strahlung der Sonne wird es schnell abgebaut und muss aus dem Inneren wieder nachströmen.

Kommt es aber nicht schnell genug nach, dann ist das Treibhausgas schnell aus der Atmosphäre des Planetentrabanten verschwunden. Die Atmosphäre kühlt ab, dadurch wird der Stickstoff verflüssig und regnet auf die Oberfläche des Mondes. Dafür muss die Temperatur auf -190 Grad Celsius sinken. In den Höhlungen der Krusten sammelt sich das flüssige Stickstoff an. Sobald die Temperaturen wieder steigen, etwa auf -180 Grad Celsius, ist es zu warm für das Stickstoff. Es verwandelt sich wieder in Gas und sorgt für die Krater-Explosionen.

Die Erklärung der Forscher um Mitri scheint nachvollziehbar. Doch was noch wichtiger ist: Aus diesen sieben Gründen sollten wir auf den Saturnmond Titan ziehen. Um herauszufinden, ob das Leben auf dem Saturnmond Titan wirklich möglich wäre, schickte die NASA eine Raumsonde dorthin.

Zu den Kommentaren

Neueste Videos auf futurezone.de

Beschreibung anzeigen