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Dieses Schwarze Loch ist so unfassbar groß – es dürfte gar nicht existieren

Mo, 05.08.2019, 17.31 Uhr

Schwarze Löcher: Die wichtigsten Fakten zu den mysteriösen Riesen

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Wissenschaftler könnten im Universum ein eigentlich unmögliches Schwarzes Loch entdeckt haben. Es widerspräche zumindest der Physik wie wir sie kennen.

Forscher sind aufgeregt, denn es gibt unglaubliche Neuigkeiten aus dem Universum. Stimmen die Berichte, die gerade kursieren, so könnte die Wissenschaft nämlich auf ein Schwarzes Loch gestoßen sein, das rein physikalisch gar nicht existieren dürfte.

Dieses Schwarze Loch stellt das Universum auf den Kopf

Die Wellendetektoren LIGO und Virgo sollen kürzlich ein Signal aufgegriffen haben, das auf ein unerwartet großes Schwarzes Loch hindeutet. Laut Experten gibt es im Universum aber keine Schwarzen Löcher, die einer solchen Masse auch nur annähernd gleichkämen. "Wir wissen allerdings, dass die Natur öfter einen Weg findet", so der Astrophysiker Stan Woosley wie Quanta Magazine berichtet.

Das Medium kontaktierte insgesamt sieben Forscher, die sich mit Schwarzen Löchern und dem Universum beschäftigen. Diesen zufolge soll das überraschende Signal von einer Kollision stammen, in die ein Schwarzes Loch verwickelt war, und zwar mit dem äußerst ungewöhnlichen Gewicht von hundert Sonnenmassen. Mitglieder der LIGO/Virgo-Teams wollten die Gerüchte bisher jedoch nicht bestätigen oder verneinen.

Alternative Entstehung eines Schwarzen Lochs

Dass niemand an die Existenz eines solch massereichen Schwarzen Lochs im Universum glaubte, lag an der bisherigen Annahme, dass es sich nicht auf die herkömmliche und bekannte Weise formen könne. Normalerweise seien deshalb nur Schwarze Löcher bis 50 Sonnenmassen möglich. Alles im Bereich von 50 bis 130 Sonnenmassen dürfte es Experten und eindeutigen Berechnungen zufolge dagegen nicht geben.

Ein Argument dafür, dass doch ein Schwarzes Loch im Bereich von 50 bis 130 Sonnenmassen entstehen könnte, lieferte unter anderem Carl Rodriguez vom Massachusetts Institute of Technology (MIT). Er erklärte laut Quanta Magazine, dass ein Bruchteil der durch die Wellendetektoren aufgezeichneten Kollisionen in dichten stellaren Räumen innerhalb des Universums auftreten. In sogenannten Kugelsternhaufen zum Beispiel, einer Ansammlung sehr vieler Sterne, die durch ihre Anziehungskraft aneinander gebunden sind, würden Schwarze Löcher gegenseitig in ihrer Gravitation herumschwingen und miteinander verschmelzen.

Forscher sind sich uneinig

So könnten auf diese Weise zum Beispiel ein Schwarzes Loch mit einer Masse von 30 Sonnen und ein Schwarzes Loch mit einer Masse von 50 Sonnen fusionieren und ein ähnlich gigantisches Objekt bilden, wie jenes, dessen Signal kürzlich im Universum aufgefangen wurde.

Einige Forscher freuen sich indes über das Gerücht des Schwarzen Lochs mit 100 Sonnenmassen. So sagte ein Astrophysiker des Los Alamos National Laboratory, es würde Experten dazu drängen, über alternative Formationsmechanismen nachzudenken. Aufregend wäre es in jedem Fall, wenn es wahr ist. Egal welche Theorie am Ende zuträfe. Andere Wissenschaftler wie Woosley bleiben dabei, dass es zwischen der 50-130-Lücke nichts geben kann.

Schwarzes Loch ist nicht gleich Schwarzes Loch

Übrigens ist das erstaunliche Schwarze Loch nicht mit einem supermassereichen Schwarzen Loch zu verwechseln. Diese Schwarzen Löcher können nämlich die millionen- bis milliardenfache Masse der Sonne erreichen. Sie stellen innerhalb des Universums jedoch eine völlig andere Kategorie an Schwarzen Löchern dar. LIGO und Virgo sind zudem mechanisch nicht fähig, die Kollision von supermassereichen Schwarzen Löchern auszumachen.

Daneben gibt es aber auch noch ausreichend andere seltsame Objekte, zum Beispiel Schwarze Löcher, die mit enormer Geschwindigkeit durch das Universum fliegen.

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