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Diese Planeten gehen eine erstaunliche Verbindung mit Schwarzen Löchern ein

Schwarze Löcher verschlingen nahezu alles, was ihnen zu Nahe kommt. Manch ein Planet ist dennoch sicher.
Foto: NASA/JPL-Caltech
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Ein Schwarzes Loch und ein Planet können eine Paarung eingehen, die für beide funktioniert. Forscher haben das verblüffende Phänomen näher betrachtet.

Forscher glauben, dass es Planeten gibt, die sich einem Schwarzen Loch gefährlich nähern. Das läge daran, dass diese Planeten nicht etwa einen Stern umkreisen, wie es normalerweise der Fall ist, sondern in der Peripherie eines supermassiven Schwarzen Lochs existierten.

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Schwarzes Loch statt Sonne: Forscher simulieren neues Planeten-Modell

Wissenschaftler wie Professor Keiichi Wada von der Kagoshima Universität in Japan spielen schon länger mit der Theorie von Planeten, die im Orbit eines kleinen Schwarzen Lochs bestehen. Über supermassive Schwarze Löcher, die die millionenfache Masse der Sonne besitzen können, ist dagegen weitaus weniger bekannt. Wada und sein Team haben aus diesem Grund Modelle der Planetenbildung darauf angewendet, um zu untersuchen, was passieren würde.

"Dies ist die allererste Studie, die den Anspruch erhebt, dass sich Planeten-ähnliche Objekte nicht in Verbindung mit Sternen, sondern mit supermassiven Schwarzen Löchern 'direkt' formen können", berichtet Wada.

Planetenbildung durch Schwarze Löcher möglich

Typischerweise gehen Wissenschaftler davon aus, dass Planeten aus einer Scheibe aus Gas und Staub um einen Stern herum entstehen. Das darin enthaltene Material verklumpt nach und nach, während die Gravitation dafür sorgt, dass immer mehr Materie angezogen wird, woraus sich am Ende der Planet bildet.

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Laut Wada unterscheidet sich die Bildung von Planeten im Falle eines supermassiven Schwarzen Lochs nicht grundlegend von den herkömmlichen Entstehungsprozessen im Universum. In seiner Analyse simulierte er dazu das Verhalten ähnlicher Scheiben, von denen bekannt ist, dass sie solche Schwarzen Löcher umgeben.

Trotz der großen Gravitation und Masse eines supermassiven Schwarzen Lochs, die die Raumzeit krümmen kann, gibt es womöglich keinen solchen Effekt auf umkreisende Planeten. Laut Wada würde Planeten ein Schwarzes Loch wahrscheinlich in einer Entfernung von zehn bis 30 Lichtjahren umkreisen, also in einem Bereich, in dem die Effekte vernachlässigbar wären.

Sternensysteme nahe Schwarzen Löchern sind einzigartig

Wada betont dennoch, dass sich Systeme aus Planeten im Orbit eines Schwarzen Lochs von herkömmlichen Sternensysteme unterscheiden dürften. Das die Gesamtmenge an Staub enorm wäre, würde sich auch die Masse der Planeten erheblich steigern. Die Objekte könnten zehnmal so massiv wie die Erde sein und in einer Anzahl von bis zu 10.000 Stück rund um ein einziges supermassives Schwarzes Loch auftreten.

Andere Forscher, wie ein Team der Universität von Bordeaux haben Wadas Ergebnisse als plausibel und logisch eingestuft. Dennoch glaubt man dort, dass sich Planeten auch deutlich näher um Schwarze Löcher herum bewegen könnten. Auch in der Menge solcher Planeten gehen die Meinungen auseinander. So halten die französischen Forscher durchaus auch Millionen Planeten in der Nähe eines supermassiven Schwarzen Lochs für möglich.

Di, 18.06.2019, 10.46 Uhr

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