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Im Universum sterben reihenweise Galaxien – und niemand weiß warum

Ein bisher ungeklärtes Galaxien-Sterben geht in den Winkeln des Weltalls vor sich.
Ein bisher ungeklärtes Galaxien-Sterben geht in den Winkeln des Weltalls vor sich.
Foto: imago images / StockTrek Images
Wenn Galaxien im Universum sterben, sind Forscher bislang noch größtenteils ratlos. Ein neues Forschungsprogramm soll das Phänomen aufklären.

Im Universum geht etwas Rätselhaftes vor sich. Wie Forscher berichten, sind in abgelegenen Regionen des Weltalls mehrere Galaxien und ihre komplette Sternformation regelrecht zerstört worden. Obwohl das Mysterium bereits untersucht wird, gibt es bisher keinen Anhaltspunkte, was genau die Galaxien vernichtet.

Faszination Universum und die Geheimnisse, die es für uns bereit hält
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Galaxien-Sterben im Universum: Für Forscher ein Mysterium

Im Fokus der Forschung stehen ganze Galaxie-Cluster, also Regionen im Universum, die sich durch hunderte bis tausende Galaxien, aber auch die dazugehörigen, wirkenden Kräfte wie Gravitaion auszeichen. Sie gehören zu den massivsten und extremsten Umgebungen im Weltall, von denen angenommen wird, sie wären für das Galaxie-Sterben veranwtortlich.

Aufgrund der starken Anziehungskräfte, die durch die Masse der Galaxien bedingt wird, werden diese zum Teil auf enorme Geschwindigkeiten von tausenden Kilometern pro Sekunde beschleunigt. Dadurch erhitzt sich das Plasma zwischen den Galaxien so stark, dass es Röntgenstrahlen ins Universum aussendet. Da die Objekte innerhalb von Clustern außerdem stark mit ihrer Umgebung interagieren, kann es vorkommen, dass ganze Galaxien sterben, also erstickt werden.

Vertico-Programm soll die Ursache klären

Um den genauen Prozess hinter diesem Galaxien-Sterben im Universum zu verstehen, wurde das sogenannte Vertico-Programm (Virgo Environment Traced in Carbon Monoxide survey) ins Leben gerufen. In dessen Rahmen sollen 30 Experten das molekulare Wasserstoffgas im Virgo-Cluster kartographieren, das als Antriebsstoff für die Bildung von Sternen gilt.

Bisher ist nur bekannt, dass dieses Gas Galaxien vom Plasma brutal entzogen werden kann, während sie sich durch einen Cluster bewegen. Dadurch verwandelt sich eine Galaxie in ein totes Objekt, in dem sich keine Sterne mehr bilden können.

Wird das heiße Gas dagegen durch die hohen Temperaturen im Cluster am Abkühlen und Kondensieren gehindert, führt dies dazu, dass es bei der Bildung neuer Sterne aufgebraucht wird. Dadurch fährt die Galaxie ihre Sternproduktion nach und nach langsam runter, bis sie am Ende keine mehr bilden kann. Vertico soll klären, wie genau Cluster zur tödlichen Veränderung von Galaxien im Weltall beitragen. Experten versprechen sich dadurch einen wissenschaftlichen Durchbruch auf diesem Gebiet, wie The Conversation berichtet.

Galaxien bergen weitere Mysterien

Der Virgo-Cluster wurde von den Forscher zur Beobachtung ausgewählt, weil er uns im Universum am nächsten ist und sich noch ausformt. Das bedeutet es können Schnappschüsse von Galaxien in verschiedenen Stadien ihres Lebenszyklus gemacht werden. Dadurch soll ein detailliertes Bild davon möglich sein, wie die Sternenbildung in Cluster-Galaxien durch ihre Umgebung zurückgedrängt wird.

Aber auch außerhalb des rätselhaften Galaxien-Sterbens sind die Objekte wie das Universum auch noch lange nicht ausreichend erforscht. Erst kürzlich entdeckten Forscher Sterne, die Aufschluss über den Ursprung unserer Galaxie geben. Indes machte das NASA-Teleskop Hubble aufregende Bilder einer Galaxie aus einer ungewöhnlichen Perspektive.

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