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Forscher warnt: Das ist die Gefahr von "Billionen-Dollar"-Sonnenstürmen für die Erde

Heftige Sonnenstürme sind eine potenzielle Gefahr für die Erde, warnt ein Atmosphärenwissenschaftler.
Heftige Sonnenstürme sind eine potenzielle Gefahr für die Erde, warnt ein Atmosphärenwissenschaftler.
Foto: imago images/Ikon IMages
Hurrikans sind nicht die übelsten Katastrophen, meint ein Wissenschaftler. Seiner Meinung nach würden diese Sonnenstürme auf der Erde Billionen Dollar Schaden anrichten.

In den vergangenen Jahren verursachten Hurrikans enorme Schäden für Mensch und Natur. "Katrina" und "Harvey" knackten sogar Rekordmarken von fast 125 Milliarden Dollar Schadenshöhe. Damit ist das Ende aber noch lange nicht absehbar, warnt jetzt ein renommierter US-Forscher. Er sieht in, wie er sie nennt, "Billionen-Dollar"-Sonnenstürmen eine noch größere Gefahr für die Erde.

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Sonnenstürme und Erde: Gefährliche Kombination

Es gibt Ereignisse im Universum, die auf der Erde noch größeren Schaden anrichten könnten als die schlimmsten Hurrikans: Sonnenstürme. Laut Marshall Shepherd, Atmosphärenwissenschaftler an der University of Georgia, werden diese Phänomene weitgehend unterschätzt. Dabei wirken sich die machtvollen, geomagnetischen Stürme, die sich in der Sonne bilden, enorm auf unser Leben auf der Erde aus.

Im Magazin Forbes nimmt Shepherd nun die Gefahr der Phänomene auseinander. Dabei verweist er auch auf einen Fachbereich, den womöglich viele noch belächeln: das Weltraumwetter. Experten daraus könnten mittlerweile mit ziemlicher Präzision Sonneneruptionen, Sonnenstürme und andere geomagnetische Ereignisse vorhersagen – und damit auch ihre Gefahren, manche davon gutartig, andere bösartig.

Schlimmer als Hurrikans

"Weltraumwetter ist ein globales Thema", schreibt auch die NOAA, das National Oceanic and Atmospheric Administration, das mittlerweile sogar ein eigenes Space Prediction Center hat.

"Im Gegensatz zu terrestrischen Wetterereignissen wie einem Hurrikan hat das Weltraumwetter das Potenzial, nicht nur die Vereinigten Staaten, sondern auch weitere geografische Regionen zu beeinflussen. Diese komplexen Ereignisse können erhebliche wirtschaftliche Folgen haben und zahlreiche Sektoren negativ beeinflussen, darunter Kommunikation, Satelliten- und Flugbetrieb, bemannte Raumflüge, Navigations- und Vermessungssysteme sowie das Stromnetz."

Sonnensturm 1859: Das können wir daraus lernen

Wem das trotzdem zu theoretisch ist, dem führt Shepherd in seinem Beitrag ein praktisches Beispiel vor Augen: den ersten bekannten Sonnensturm, der die Erde traf. Das war im Jahr 1859. Die Folgen: Nordlichter, die in tropischen Breitengraden beobachtet werden konnten, aber auch Telegrafenanlagen, die im ausgeschalteten Zustand arbeiteten und damit ihre Betreiber schockierten.

Würde ein solches Ereignis heute auftreten, wären die Konsequenzen um ein Vielfaches größer. Shepherd zitiert dafür seinen Kollegen Robert Coker, der 2017 in einem Essay genau vor dieser Gefahr von Sonnenstürmen für die Erde warnte: "Der Schaden wird auf weit über 1 Billion Dollar geschätzt, da viele Millionen Menschen monatelang oder sogar jahrelang ohne Strom und Kommunikation wären."

Wissenschaft statt Panikmache

Shepherd versteht, dass Skeptiker diese Sicht der Dinge wohl als Panikmache bezeichnen würden. Dennoch rät er dazu, Weltraumwetter-Szenarien wie Sonnenstürme ernstzunehmen. Aber der Atmosphärenwissenschaftler hat auch eine gute Nachricht: Viele Organisationen wie die NASA und die NOAA würden für einen möglichen Ernstfall bereits an Lösungen arbeiten.

Das fange mit Gesetzen an, die die Möglichkeiten der Forschung in diesem Bereich unterstützen. Zudem seien Modelle hilfreich, die Sonnenstürme und andere Ereignisse simulieren könnten. Dafür seien geomagnetische Echtzeitdaten unerlässlich. Denn die Gefahr sei größer als viele denken: "Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und denken Sie darüber nach, wie Sie wochenlang ohne Strom, GPS oder Flugreisen funktionieren würden", mahnt Shepherd.

Zunehmen warnen Forscher vor der Gefahr von extremen Sonnenstürmen für die Erde. Außerdem zeigt ein Sonnensturm 660 v. Chr., was uns erwarten könnte. Wusstest du auch, dass sich die Sonnenaktivität verändert?

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