Science 

Roaming-Gebühren: Adler lässt Handy-Rechnung von Forschern in die Höhe schießen

Ein Steppenandler (Symbolbild) sorgte wegen seiner ungeplanten Ausflüge und den damit verbundenen Roaming-Gebühren für hohe Kosten bei einigen Forschern.
Ein Steppenandler (Symbolbild) sorgte wegen seiner ungeplanten Ausflüge und den damit verbundenen Roaming-Gebühren für hohe Kosten bei einigen Forschern.
Foto: Pexels
Dass auch in der Wissenschaft nicht immer alles nach Plan läuft, zeigt dieser amüsante Zwischenfall. Wieso ausgerechnet Adler für enorme Roaming-Gebühren bei Forschern sorgen, verraten wir dir.

Nicht immer läuft alles so, wie man sich das gedacht hat. Diese Lektion mussten nun auch russische Vogelbeobachter lernen. Sie rüsteten Steppenadler mit Sendern aus. Um die aktuelle Position der Tiere erfassen zu können, ließen sie die Sender die Positionen der Vögel via SMS versenden. Eigentlich eine clevere Idee – wären da nur nicht die ärgerlichen Roaming-Gebühren.

Roaming-Gebühren: Das ging schief bei der Forschung

Den ganzen Sommer hätten sich die reisefreudigen Vögel in Kasachstan und somit außer Reichweite befunden, erklärt Projektleiter Igor Karjakin. Nun hätten die Adler jedoch den Iran und Pakistan erreicht, wie Welt schreibt. Die Sender, die den Forschern Auskunft über die Position der Vögel geben sollen, funktionieren auch wie erwartet und funken zuverlässig die Daten an die Wissenschaftler. Dumm nur, dass die Kurzmitteilungen aus dem Iran und aus Pakistan bis zu 25-mal so teuer sind, wie die aus dem russischen Mobilfunknetz – Roaming-Gebühren sei Dank.

„Wir waren völlig pleite und mussten einen Kredit aufnehmen, um das Projekt weiter zu finanzieren“, zitiert die Seite Karjakin.

Spendenaufrufe im Netz helfen den Forscher aus der finanziellen Misere

Um die immensen Kosten tragen zu können, die durch die ungewohnten Abstecher der Vögel entstanden sind, startete das Forscherteam in der Zwischenzeit einen Spendenaufruf im Netz. Vogelfreunde auf der ganzen Welt scheinen ein Herz für die verzweifelten Forscher zu haben. „Die Leute schicken immer noch Geld, also gibt es Hoffnung, dass wir die Adler-SIM-Karten in Gang halten können, bis die Vögel im Frühsommer nach Russland zurückkehren“, so Karjakin.

Inzwischen seien genügend Spenden eingegangen, um die Studie noch bis mindestens zum Jahresende fortsetzen zu können.

Forschung hat einen ernsten Hintergrund

So amüsant die Geschichte rund um die hohen Roaming-Gebühren auch ist, hinter der Forschung steckt ein ernster Hintergrund. Denn Steppenadler sind dem Bericht nach zunehmend gefährdet. So sollen immer mehr Tiere etwa durch Windkraftanlagen und die Ausweitung landwirtschaftlicher Nutzflächen in ihren Lebensräumen sterben.

Über zu hohe Roaming-Gebühren innerhalb Europa musst du dir übrigens keine Sorgen mehr machen. Du zahlst noch für Anrufe? Mit unseren Tipps telefonierst du kostenlos.

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