Science

Viereckige Augen: Das wirkliche Risiko hinter dem Mythos

Was steckt wirklich hinter dem Mythos der viereckigen Augen?
Was steckt wirklich hinter dem Mythos der viereckigen Augen?
Foto: Getty Images/John Rensten
Artikel von: Katharina Nickel
"Sitz nicht zu nah am Fernseher, du kriegst noch viereckige Augen!" Steckt hinter dem Satz ein tatsächliches Risiko oder muss man das nicht ernstnehmen?

Mama und Papa haben immer wieder gewarnt. Der Kern: Vom Fernsehen bekommst du irgendwann viereckige Augen. Spätestens heute wirst du gemerkt haben, dass das ja gar nicht stimmt. Nichtsdestotrotz hat die Warnung einen wahren Kern. Siehst du zu viel fern oder sitzt zu nah am Gerät, solltest du mit gesundheitlichen Folgen rechnen.

Wieviel Sitzabstand zum Fernseher muss eigentlich sein?
Wieviel Sitzabstand zum Fernseher muss eigentlich sein?

Viereckige Augen: Was steckt dahinter?

Wer noch heute die eigenen Kinder davor warnt, ja nicht zu nah oder zu lange vor dem Fernseher zu sitzen, sollte schleunigst damit aufhören. Denn keinesfalls kriegt man davon viereckige Augen. Das Problem liegt ganz woanders.

Augenärzte sind sich einig, dass die Tatsache, nah vor dem Fernseher zu sitzen, keine viereckigen Augen macht. Woher sollten diese auch kommen? Wahrscheinlich liegt es an der Form des TV-Geräts und dem Erfolg der Erfindung Fernsehen, dass sich der Mythos überhaupt erst entwickelt hat. Eine derartige Verformung der Augen konnte bisher aber noch nicht nachgewiesen werden.

"Natürlich werden die Augen nicht viereckig", beispielsweise Rüdiger Schwartz von der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf gegenüber derWesten.

Eine Gefahr bleibt: Kurzsichtigkeit

Dennoch warnen Augenärzte vor einer Gefahr, die mit dem Mythos der viereckigen Augen in Zusammenhang steht: der Kurzsichtigkeit (Myopie). "Alles, was in der Nähe stattfindet, fördert Kurzsichtigkeit", erklärt Schwartz.

Die Krankheit sei zwar in erster Linie genetisch bedingt. Allerdings bekommt es den Sehorganen langfristig und kurzfristig nicht gut, wenn man zu nah und zu lange vor dem Fernseher oder einem Computerbildschirm sitzt. Die Myopie wird dadurch verstärkt. Das fördere Kopfschmerzen sowie trockene und müde Augen.

Aber woran liegt das überhaupt? Das Problem ist, dass wir, wenn wir lange auf einen Punkt starren, seltener blinzeln. Dadurch verteilt sich die Tränenflüssigkeit schlecht. Wenn dann auch noch schummriges Licht hinzukommt, wie beim abendlichen Fernsehen beziehungsweise netflixen üblich, beansprucht das die Sehorgane.

Was ist der richtige Sitzabstand zum Fernseher?

Deiner Sicherheit zuliebe ist es gut, beim Fernsehen, Arbeiten am Computer oder Gaming immer mal wieder Bildschirmpausen einzulegen, in denen sich deine Augen erholen können.

Zudem kannst du lernen, den richtigen Sitzabstand zum Fernseher zu finden. Dafür gibt es sogar eine Faustregel:

  • Abstand in cm = Bildschirmdiagonale in cm x 2,5

Quelle: Der Westen

Du willst mehr von uns lesen? Folge uns auf Google News.

Neueste Videos auf futurezone.de

Neueste Videos auf futurezone.de